Am 24./25 November 1999 wird die Interessensvertretung im öffentlichen Dienst neu gewählt.
Die Grünen - UG sind seit den letzten PV-Wahlen im Zentralausschuß (ZA) des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung vertreten. Erstmals kandidert auch eine Grüne Liste - "Grüne Universität - UG" - für den Dienststellenausschuß an der Universität Graz. Die Allgemeinbediensteten der Uni haben also zweifach die Chance ein Zeichen für Veränderung zu setzen.
DA: Mehr Lebensqualität am Arbeitsplatz
Beruf und Familie dürfen kein Widerspruch sein, im Mittelpunkt unserer Politik steht der Mensch. - Von Wahlkampf zu Wahlkampf klingen die Botschaften aus der großen Politik floskelhafter und unverbindlicher, so daß wir schon selbst nicht mehr wahrnehmen, daß da eigentlich von unseren Rechten als BürgerInnen und ArbeitnehmerInnen die Rede ist.
Als Personalvertreter will ich die Versprechen wörtlich nehmen, die Realität unserer Arbeitswelt an ihnen messen und konkrete Verbesserungen einfordern.
| Aus unserem Recht auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie ergeben sich konkrete Forderungen auch an die Arbeitsbedingungen. |
| Das Recht auf Gesundheit muß auch am Arbeitsplatz gelten. |
| Die Arbeit soll Freude machen. Das Arbeitsklima soll von gegenseitiger Achtung und Anerkennung geprägt sein. |
| Leistungsgedanke und betriebswirtschaftliche Zielsetzungen dürfen nicht allein maßgeblich sein, die Bedürfnisse der Bediensteten sind bei jeder Maßnahme angemessen zu berücksichtigen. |
ZA: Kontrolle ist Grün
Leider wurden im Zentralausschuß die meisten Initativen der Grünen von der schwarz-roten Mehrheit abgeblockt.
Wir wollen weiterhin: Eine sachliche und kompetente Vertretung aller Bediensteten ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit durch den ZA und Gleichstellung der KollegInnen in den Bundesländern mit jenen in den Zentralstellen.
Gewerkschaft: 2 Wünsche an die GÖD
Demokratische Mindeststandards auch in der GÖD
Die Unabhängigen GewerkschafterInnen wurden sowohl in der Gewerkschaft der Privatangestellten als auch in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten problemlos als Fraktion anerkannt. Nicht so in der GÖD. Die GÖD beschloß für ihren Bereich eine rigide Fraktionsordnung, die darauf zugeschnitten ist, keine weitere Fraktion als FCG und FSG zuzulassen. Während also andere Fachgewerkschaften erkannt haben, daß in einer demokratischen Gesellschaft Minderheiten statutarischen Schutz genießen müssen und Opposition in eigenen Reihen zulassen, versucht die GÖD weiterhin, die UG auszugrenzen und abweichende Standpunkte abzuwürgen.
Solidarität als Grundwert
Ich bin ein altmodischer Mensch. Ich glaube, daß gewerkschaftliches Handeln vom Grundwert der Solidarität bestimmt sein sollte. Ich wünsche mir von meiner Gewerkschaft
Solidarität mit Behinderten: Mit Stand 1.10.1997 waren im Wissenschaftsministerium von 619 Planstellen für Behinderte 289 nicht besetzt. Der Dienstgeber Bund kauft sich von seiner Verpflichtung Behinderte einzustellen frei. Und zahlt die Strafe an den Bund.
Die Grünen fordern ein Verbot der Freikaufsmöglichkeit im öffentlichen Bereich.
eine solidarische Lohnpolitik: 1% Lohnerhöhung sind 700 Schilling bei einem Gehalt von 70 000 Schilling und 200 Schilling bei einem Gehalt von 20 000 Schilling. Das sture Festhalten der ÖVP-dominierten GÖD an prozentuellen Lohnerhöhungen ist unsozial und gegen die Interessen der Mehrheit der Bediensteten.
Solidarität mit allen Lohnabhängigen: Steigende Arbeitslosigkeit, Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse, Abbau von ArbeitnehmerInnenrechten, Abbau des Sozialstaates, Ausbau des Überwachungsstaates - das sind Entwicklungen die auch für die GÖD ein Thema sein sollten.
An der Dienststelle wie in der großen Politik: Eine konsequente Interessensvertretung darf sich nicht durch den Verweis auf Sachzwänge einschüchtern lassen. Die Dinge sind veränderbar.