GEDICHT August 2009 Der Riese, die Hexe und die kleine Maus von Isaak ScharrerEs war einmal ein Riese, der lebte arm und einsam, ohne Familie und ohne Freunde mitten im Wald. Im Wald gab es nicht viel zu essen. Aber der Riese war schlau, er schlich jeden Abend in den Garten der alten Hexe und nahm sich Obst und Gemüse. Eines Nachts bemerkte die alte Hexe, dass der unbekannte Riese mitten in ihrem Garten saß und ihr Obst und Gemüse aß. Der Riese aber bemerkte nicht, dass er entdeckt worden war. Am nächsten Abend, bevor sich die alte Hexe schlafen legte, verzauberte sie ihre Früchte. Wie in den Nächten zuvor kam der Riese und aß. Doch diesmal, als er sich satt gegessen hatte, rumorte es ganz grausig in seinem Körper. Der Riese zitterte und zuckte, sein Körper verbog und verformte sich, er schrumpfte und schrumpfte, bis er so klein war wie eine Maus und auch so aussah. Jetzt wusste er, dass die Hexe ihn nicht ungestraft davongehen lassen wollte. Die Maus lief durch die finstere Nacht und schämte sich sehr. Da hörte sie ein Rascheln. Weil gerade der Mond aufging, sah sie, dass es eine andere Maus war. Sie trippelte näher und fragte die andere Maus nach ihrem Namen. „Anna“, fiepste diese freundlich. Der Riese, der zur Maus verzaubert worden war, freute sich, dass er nicht mehr allein war und verliebte sich sofort in Anna. Die beiden heirateten sofort und verreisten in die Flitterwochen. Der verzauberte Riese lebte in der Haut einer Maus glücklich und zufrieden. Und immer, wenn die beiden Mäuse am Hexenhaus vorbei kamen, sah die alte Hexe, wie glücklich die beiden Mäuse waren, und seufzte. Sie hätte auch gern einen netten Mann gehabt. Aus: „märchenhaft, Geschichten und Bilder aus der 1C des BRG 18 Wien, 2008/2009“
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