WeltlehrerInnentag am 5.Oktober: Unabhängige GewerkschafterInnen der ÖLI-UG für den Abbau unsozialer Bildungsbarrieren im österreichischen Schulsystem

Auch die LehrerInnengewerkschaften sind gefordert.

Gemeinsam für eine Bildung von hoher sozialer Gerechtigkeit

Schlagzeilen österreichischer Zeitungen bringen es auf den Punkt:
„Aufstiegsbremse für Migrantenkinder“, „Stagnierende Mittel - Österreich tritt auf der Stelle“ (Die Presse), „Österreich gerät bei Bildung ins Hintertreffen“ (Der Standard), „Bildung: Reiche sind bevorzugt“ (Kronenzeitung), "Sind wir die Dümmsten Europas?" (Österreich), "OECD: Österreich gibt wenig für Bildung aus" (orf.at): Die aktuelle OECD-Studie Education at Glance zeigt einmal mehr, dass es höchste Zeit ist für ein höheres Bildungsbudget und die seit mehr als 30 Jahren im parteipolitischen Schulstreit stecken gebliebene Reform der Mittelstufe.

Die im Unterrichtsministerium vorbereitete „Einführung der neuen Mittelstufe in Modellregionen“ wird nur dann mehr Bildungs- und Lebenschancen für alle Kinder bringen, wenn diese Gesamtschulen kein Etikettenschwindel sind, keine Budgetkosmetik für Landespolitiker, die vom SchülerInnenrückgang betroffene Hauptschulen und LandeslehrerInnen an den Bund abgeben wollen. Investitionen in Schulbau, in verbesserte LehrerInnenaus- und Fortbildung sind notwendig.
Zehnsemestrige Universitätsausbildung und entsprechende Entlohnung für alle und keine Bachelor-Kurzstudien für Volks- und Neue Mittelschule, wie sie Wissenschaftsminister Hahn vorschlägt.

Bildung kostet. Umverteilung ist notwendig. Ohne eine soziale Steuer- und Budgetpolitik wird´s nicht gehen.

Die LehrerInnengewerkschaften sind gefordert.

Arbeitnehmerrechte, Arbeitsplatzsicherheit, Arbeitsbedingungen, Dienst- und Besoldungsrecht, aber auch das Personalvertretungsrecht der Landes- wie der BundeslehrerInnen sind von der geplanten Schulreform betroffen. Unsicherheit und die nach Bildungssparpaketen und Stundenkürzungen verständliche Angst vor weiteren Verschlechterungen belasten das Arbeitsklima an den Schulen, sie demotivieren nachhaltig. Die derzeitigen Arbeits- und Unterrichtsbedingungen wirken dabei als Verstärker. Aber ohne das Können und das Engagement möglichst vieler motivierter LehrerInnen für Schule und SchülerInnen kann keine Schulalltag und erst recht keine Schulreform gelingen.

Die LehrerInnengewerkschaften der GÖD sind jetzt gefordert, sich mit aller Kraft und Kompetenz auf ihre Kernaufgabe zu konzentrieren und die beruflichen Interessen aller LehrerInnen erfolgreich zu vertreten, erfolgreicher als in den letzten Jahren. Für die AHS-Gewerkschaft wird es Zeit, die ideologischen Grabenkämpfe mit der Ministerin zu beenden und sich und die KollegInnen an den Schulen aktiv als sachkompetente Interessensvertretung in den Reformprozess einzubringen - gemeinsam mit den PflichtschullehrerInnen.

Gemeinsam für eine Bildung von hoher sozialer Gerechtigkeit

Der UNESCO-Welttag der LehrerInnen*) am 5. Oktober steht 2007 unter dem Motto:

PÄDAGOGEN - GEMEINSAM FÜR EINE BILDUNG VON HOHER SOZIALER GERECHTIGKEIT.
Die Unabhängigen GewerkschafterInnen der ÖLI-UG meinen, die LehrerInnen von Volksschulen, Hauptschulen, AHS, BMHS, Poly und Berufsschulen sollen ihn gemeinsam solidarisch und - wenigstens in Ansätzen - schultypenübergreifend gestalten.

Josef Fuchsbauer, BMHS,
Wilfried Mayr, APS,
Reinhart Sellner, AHS,
die Vertreter der ÖLI-UG in der ARGE LehrerInnen der GÖD

Rückfragen: fuchsbauer@kreidekreis.net, 0664 9241580,
mayr@kreidekreis.net, 0676 5081498,
reinhart.sellner@blackbox.net, 01 407 09 85.
www.oeli-ug.at

*) Der Weltlehrertag geht auf einen Beschluss von UNESCO, ILO und Education International (EI), der Weltvereinigung der Lehrergewerkschaften, zurück und wurde am 5. Oktober 1994 erstmals begangen. Er steht unter dem Motto: „Qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer für eine qualifizierte Bildung und Erziehung“.
Der 5. Oktober ist für die internationale Lehrerbewegung ein herausragendes Datum, weil am 5. Oktober 1966, von UNESCO und ILO die „Charta zum Status der Lehrerinnen und Lehrer“ angenommen worden war. Zum ersten Mal war es damit gelungen, in einem internationalen Konsens den Status des Lehrerberufs in der Gesellschaft und die Verpflichtung der Politik zur Sicherung notwendiger Arbeits− und Lebensbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer zu fixieren.
Die Education International (EI) vertritt inzwischen fast 30 Millionen Lehrerinnen und Lehrer in 338 Mitgliedsorganisationen aus 161 Ländern.
Der diesjährige Weltlehrertag wurde sozusagen schon im Juli eröffnet - mit dem Weltkongress der Bildungsinternationale in Berlin von 22.-26. Juli unter dem Motto “Bessere Arbeitsbedingungen für Lehrer bedeuten bessere Lernbedingungen für Lernende“.