UG - Unabhängige GewerkschafterInnen im ÖGB / 24.01.2008 / 10:36 / OTS0093 5 II 0417 AGG0001 Do,    

KULI-UG: "Ohne 'echte Gesamtschule' Schäden für alle Schultypen!"
'Gemeinsame Schule' droht leider zur Farce zu verkommen.

Wien (OTS) - "Die Ergebnisse der bisherigen Debatte um die
Schulversuche rund um eine 'Gemeinsame Mittelschule' verkommen leider
zur Farce. Die beiden größten Probleme in den Schulen der 10 -
14-Jährigen, nämlich Ressourcenmangel und SchülerInnen-Rückgang,
werden davon kaum berührt, geschweige denn einer Lösung zugeführt,"
fürchten Wilfried Mayr und Thomas Wintersberger von den Unabhängigen
PflichtschullehrerInnen in Oberösterreich (KULI-UG).

  Die zentralen Kritikpunkte:

  1. Von einer ECHTEN gemeinsamen Schule kann  nur gesprochen
werden, wenn auch ALLE SchülerInnen sie besuchen und nicht, wie es in
Deutschland seit vielen Jahren der Fall ist, die "Gesamtschule" nur
ein weiterer Schultyp neben den herkömmlichen anderen ist. Dabei ist
diese leider zur gefürchteten "Restschule" verkommen.

  2. Echte Gesamtschulen müssen die SchülerInnen optimal fordern und
fördern. Dazu bedarf es eines wesentlich größeren Einsatzes von  Mitteln, um individuellere Zuwendung der PädagogInnen zu ermöglichen!
Vor Wahlen versprochen, danach höchstens bei den
KlassenschülerInnen-Höchstzahlen zugestanden: "Mit bloßen
Umschichtungen ist es sicher nicht getan!" kritisieren die
Unabhängigen GewerkschafterInnen.

  3. Befürchtet werden negative Auswirkungen auf alle Schultypen:
"Wir steuern auf zunehmende Schäden an allen Schultypen zu: Durch den
Rückgang der SchülerInnenzahl verlieren die Hauptschulen Klassen und
Dienstposten, da die GYMNASIEN alle SchülerInnen aufnehmen werden,
denen in der Volksschule die AHS-Reife bescheinigt wird," so Mayr und
Wintersberger.

  Die von den Unabhängigen LehrerInnen befürchteten Folgen für die
unterschiedlichen Schultypen:

In den Volksschulen wir das Erreichen der AHS Reife oberstes Ziel!
Dadurch kommen SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen gewaltig unter
Druck.
  Den Hauptschulen gingen dadurch die so wichtigen mehr- und
hochbegabten Kinder verloren. Die Gefahr zur "Restschule" zu
verkommen -  im städtischen Bereich bereits jetzt Realität - wird
immer akuter. Zwangsläufig sinkt auf längere Sicht das Niveau an der
Schule.  "Dasselbe passiert in den Gymnasien, wo AHS-KollegInnen mit
immer inhomogeneren Gruppen zu kämpfen haben. Sie sind für
Individualisierung und innere Differenzierung beim Fördern und
Fordern ja nicht ausgebildet," so die KULI-UG Vertreter.

  Nun wäre es Aufgabe der InteressensvertreterInnen der PädagogInnen,
diese Zwangssituation zu entschärfen. In Österreich denkt man allem
Anschein nach in keinster Weise daran.

  "Wir Unabhängigen PersonalvertreterInnen und GewerkschafterInnen
fordern daher:

  1. deutliche Aufstockung der Mittel für mehr Dienstposten an allen Schulen!
  2. ECHTE Gesamtschulversuche zur Evaluierung des Ergebnisses!
  3. Gemeinsame universitäre Ausbildung aller PädagogInnen in
Kooperation mit den Pädagogischen Hochschulen!" schließen Mayr und
Wintersberger.

Rückfragehinweis:
Kritische Unabhängige LehrerInneninitiative - Unabhängige GewerkschafterInnen (KULI/UG)
Wilfried Mayr, ZA-APS OÖ, M.d. GÖD-Bundesleitung 10     e-mail: tragwein@aon.at,   Tel: 0676-5081498
Thomas Wintersberger, Vorsitzender kuli-UG, M.d. oö. GÖD-Landesleitung 10, e-mail: t.wintersberger@gmx.at, Tel: 0660-521500
Internet: www.kuli.net

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT <http://WWW.OTS.AT> ***

OTS0093    2008-01-24/10:36

241036 Jän 08