10.07.2009
An das Präsidium der GÖD,
z.H.
Koll. Fritz Neugebauer
Koll. Willi Gloss
Koll. Richard Holzer
Koll. Hans Freiler
Koll. Christine Gubitzer
Koll. Peter Korecky
Lieber Kollege Vorsitzender,
liebe StellvertreterInnen!
Namens unserer Fraktion/UG in der GÖD ersuche ich euch
das Verhalten des Tiroler GÖD-Vorsitzenden Koll. Seier, der einen aktiven und anerkannten Betriebsrates und Gewerkschafter diffamiert und dem Ansehen der überparteilichen GÖD und des ÖGB Schaden zufügt, zurückzuweisen und
als führende FunktionärInnen der GÖD den Vorsitzenden der Tiroler Landesleitung Koll. Seier zur öffentlichen Rücknahme seiner in den Tiroler Medien geführten Angriffe auf den Betriebsrat der MedUni Innsbruck, auf den parteiunabhängigen BR-Vorsitzenden Martin Tiefenthaler und auf die in ihren Personalvertretungs- und Gewerkschaftsfunktionen parteiunabhängige Vize-Rektorin Univ. Prof. Dr. Margarethe Hochleitner (vgl. Homepage der österreichischen Rektorenkonferenz) zu bewegen.
Freistellungen von BetriebsrätInnen und PersonalvertreterInnen sind gesetzlich geregelt, ebenso die Gehaltsleistung durch den jeweiligen Arbeits- oder Dienstgeber. Koll. Seier hat daraus eine „mit der Betriebsratsarbeit unvereinbare Optik“ abgeleitet und gewählten, für die KollegInnen engagierten, teil-freigestellten BetriebsrätInnen eine unvereinbare Abhängigkeit vom Dienstgeber unterstellt. Er hat konkret Kollegen Tiefenthaler und den Betriebsrat der MedUni Innsbruck verleumdet und darüber hinaus den guten die Ruf aller freigestellten und teil-freigestellten BetriebsrätInnen und PersonalvertreterInnen beschädigt und der GÖD und dem ÖGB Schaden zugefügt.
Die implizite Forderung nach Bezahlung aller auf Grund des großen Aufgabenbereiches freizustellender BetriebsrätInnen und GewerkschafterInnen nicht durch den Dienstgeber, sondern durch die Gewerkschaften, bzw. nach Verzicht auf die gesetzlich geregelte Freistellung und Bezahlung von BetriebsrätInnen und PersonalvertreterInnen zugunsten nur mehr ehrenamtlicher, außerhalb der Arbeits- und Dienstzeit zu leistender Tätigkeiten schadet der Interessensvertretung der ArbeitnehmerInnen.
Der von den Vorsitzenden des Betriebsrates seit Jahren praktizierte und gewerkschaftlich wohlbegründete Verzicht auf volle Freistellungen zugunsten einer 50% Freistellung + weiterhin aktiver Berufsausübung (vgl. Argumentation der beigefügten in Abwesenheit des Vorsitzenden Tiefenthaler einstimmige beschlossene Erklärung des BR) darf von einem GÖD-Landesvorsitzenden nicht gegen die Interessen der KollegInnen und gegen den von ihnen gewählten Betriebsrat verwendet werden.
Fraktions- oder parteipolitisch motivierten öffentlichen Anschütten eines parteiunabhängigen Gewerkschafters und Betriebsrates hat in einer Gewerkschaft des überparteilichen ÖGB nichts verloren.
Koll. Seier ist er mit diffamierenden Behauptungen in die Tiroler Tageszeitung gegangen ohne den Betriebsrat der MedUni mit seinen Bedenken zu konfrontieren und gewerkschaftsintern eine Lösung zu suchen. Er hat sich durch dieses Vorgehen für die Funktion eines Landesvorsitzenden disqualifiziert. Eine öffentliche Entschuldigung ist angebracht - im Interesse aller engagierten Betriebsräte und PersonalvertreterInnen.
In Erwartung eurer Antwort und in Erwartung eures raschen Beitrages zur Rücknahme der ehrenrührigen und gewerkschaftsschädigenden Äußerungen, die keine Tiroler Regionalangelegenheit sind, sondern eine der überparteilichen und überfraktionell organisierten GÖD und des ÖGB -
Glück auf, trotz alledem!
Reinhart Sellner,
Vorsitzender der Unabhängigen GewerkschafterInnen in der GÖD – UG