Wien, 5. Mai 2007

A"Arbeitszeitpaket ist Rückfall in schlechte, alte Sozialpartnerzeiten!"
Unabhängige GewerkschafterInnen der AUGE sehen sich in Kritik an Arbeitszeitpaket bestätigt.
Innergewerkschaftliche Kritik muss Folgen haben.

Wien (OTS) - "Wir sehen uns in unserer Erstkritik am Sozialpartnerpaket voll bestätigt. Dass nach einer ersten 'Schrecksekunde' nun auch seitens der FCG und FSG erste Kritik an der Arbeitszeitflexibilisierung kommt ist erfreulich, muss aber auch in der Gewerkschaft nachhaltige Folgen haben," kommentiert Markus Koza, Bundessekretär der Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen (AUGE/UG) und Vertreter der Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB-Bundesvorstand (UG) die heutigen Aussagen von ChristgewerkschafterInnen im Ö 1 Morgenjournal. "Wir dürfen nun ausgesprochen gespannt sein, wie sich GöD-Chef, Christgewerkschafter und ÖAAB Obmann Neugebauer im Parlament verhalten wird, nachdem der ÖAAB das Paket lobt die FCG dieses allerdings scheinbar ablehnt."

"Die Arbeitszeitflexibilisierung ist keine 'Sternstunde' einer funktionierenden Sozialpartnerschaft, sondern der Rückfall in schlechte, alte Sozialpartnerzeiten, wo der 'Partner' Wirtschaft diktiert. Wer solche 'Partner' hat, braucht ohnehin keine Feinde mehr. Hätte es diese Flexibilisierung unter schwarz-blau-orange gegeben, wäre es zu einem Proteststurm der Gewerkschaften gekommen. In großkoalitionären Zeiten wird dagegen in schlechtem 'ÖBG-uralt' Stil ein derartiges Paket über die Köpfe der Betroffenen, der Mitglieder, der BetriebsrätInnen hinweg ausverhandelt und auch noch als Zeichen für eine funktionierende Sozialpartnerschaft abgefeiert, obwohl bereits im Vorfeld an der Gewerkschaftsbasis heftige Kritik an der Kompromissbereitschaft des ÖGB geäußert wurde," kritisiert Koza den ÖGB einmal mehr scharf. "Das Demokratiedefizit im ÖGB wird wieder einmal offensichtlich."

Dass GPA-DJP Chef Katzian nach einem ersten Lob für sie Sozialpartnereinigung nun scheinbar etwas zurückrudert und zumindest über Kollektivverträge eine Arbeitszeitverkürzung herausverhandeln will, wird von den Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen zwar begrüßt, mit dem beschlossenen Paket allerdings einmal mehr erschwert. "Schließlich hat der ÖGB seine Zustimmung zu einer Ausdehnung der Arbeitszeiten, zu noch mehr Überstunden gegeben. Der ÖGB hat seine Beschlussbasis 'Arbeitszeitflexibilisierung gegen Arbeitszeitverkürzung' verlassen. Er hat es offenbar nicht einmal versucht und sich mit den zwar begrüßenswerten, aber viel zu geringen Zuschlägen zu Teilzeitarbeit abspeisen lassen. Die Möglichkeit, eine gesetzliche Arbeitszeitverkürzung gegen ohnehin zu hinterfragende Flexibilisierungswünsche abzutauschen und damit ein mehr an Beschäftigung, und Lebensqualität für die ArbeitnehmerInnen zu erwirken wurde jedenfalls vertan. Neuen Begehrlichkeiten der Industrie dagegen Tür und Tor geöffnet," schließt Koza.

Rückfragehinweis: Markus Koza Bundessekretär der AUGE/UG
Vertreter der Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB-Bundesvorstand Tel: 0676/951 27 82

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