UG - Unabhängige GewerkschafterInnen im ÖGB / 12.06.2007 / 11:41 / OTS0149 5 II 0556 AGG0001

ÖLI-UG: Gesamtschuldiskussion statt ÖVP-Beton!
Utl.: Überparteiliche Österreichische LehrerInnenInitiative (ÖLI-UG)
initiiert offene Schuldiskussion mit AHS und PflichtschullehrerInnen

Wien (OTS) - Die Reformvorschläge der AHS- und PflichtschullehrerInnen wurden an Unterrichtsministerin Schmied übermittelt.

ÖVP-Vorstand und FCG-Mehrheit in der AHS-Gewerkschaft wollen am Auseinanderdividieren der 10-Jährigen Kinder festhalten und ein von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen überholtes Schulsystem verewigen, das immer mehr Kindern Bildungs- und Lebenschancen nimmt und das nach den Einsparungen der Gehrer-Jahre an die Grenzen der LehrerInnen- und SchülerInnenbelastung stößt.

Gegen eine dogmatische Parteipolitik, die akute Probleme des österreichischen Bildungswesen nicht lösen wird, versuchen engagierte LehrerInnen offen und offensiv die Diskussion, trotz alledem. Vergangenen Dienstag kam es am Wiener BRG 18 in der Schopenhauerstraße zu einer ersten Veranstaltung von AHS-LehrerInnen mit HauptschulkollegInnen und mit Vertretern des BMUKK und des Stadtschulrates Wien - Dr.Helmut Bachmann von der ExpertInnengruppe, Landesschulinspektor Dr. Karl Blüml. Dritter Gast war Herbert Schmidt, Direktor des seit über 30 Jahren erprobten Gesamtschul- versuchsstandortes Anton Kriegergasse in Wien-Liesing. Themen waren aktuelle Probleme an AHS-Unterstufen und Hauptschulen und die Frage, was die AHS und ihre LehrerInnen bei Gesamtschul- versuchen gewinnen oder verlieren können. Nach einem von den Schul-ExpertInnen im Publikum wie auf dem Podium gleichberechtigt geführten Gespräch, wurden folgende Anliegen formuliert und dem Vertreter des BMUKK mit auf den Weg gegeben:

* Erprobtes Gesamtschulmodell Anton-Kriegergasse als Grundlage für Schulversuche und keine Husch-Pfusch-Innovationen - Prozenthürde bei Schulversuchen aufheben - Innere Differenzierung in kleinen Klassen und keine starren Leistungsgruppen - Schulstartverordnung Gehrers (Aufnahmeverfahren, Wiederholungs- prüfungen) aufheben

Im Detail:

* GESAMTSCHULVERSUCHE: Modell Antonkriegergasse ausweiten:Statt Husch-Pfusch-Modellen und neuerlichen Erfindungen von alten Rädern soll das seit 33 Jahren in Erprobung und laufender Nachadjustierung befindliche Modell Anton Kriegergasse + kooperierende HS/KMS von der Frau Ministerin als Basis für regional adaptierbare Modellversuche mit "Gesamtschulpopulation" genommen werden

* Innere Differenzierung und keine Leistungsgruppen - Bereitstellung der notwendigen Mittel(Werteinheiten bzw. Dienstposten) für Teamteaching, Sprach- und Leseförderung, Integration, offene Lernformen, Projektorientierung …

* Prozenthürde für Schulversuche zur Gesamtschule aufheben

* Universitätsausbildung und entsprechende Bezahlung aller LehrerInnen

* Integration der PH, die nach 3 eher verschulten vormals PädAK-Jahren nicht einmal einen Master-Abschluss und Doktorats- studienberechtigung bringen, in den Universitätsbereich

* KURZFRISTIG: Aufheben bzw. Neufassen von bestehenden Verordnungen, die LehrerInnen belasten und nachhaltig demotivieren, Eltern und SchülerInnen ebenso (konkret: "Aufnahmeverfahren" Gehrer 06, Schulstart/Wiederholungsprüfungen), Unterstützung der LehrerInnenanliegen bei der zum Parteipolitikum gemachten Dienstrechtsnovelle

* NACHHALTIG UND DRINGEND: Organisieren einer breiten Kampagne zur Information und Diskussion mit den betroffenen LehrerInnen, Eltern, SchülerInnen durch das BMUKK, öffentlichkeitswirksam, damit in der Regierung und gegenüber dem Finanzministerium die Finanzierung des öffentlichen Schulwesens und der grundlegenden Schulreform gesichert werden kann. Bildung kostet. Österreich ist ein reiches Land.

* Keine moralischen Appelle an engagierte LehrerInnen, sich "aktiv einzubringen" und "sich weiter zu entwickeln", damit irgendeine oberflächliche Reform ohne ausreichende Ressourcen - weil ohne grundlegende Wende in der Budget- und Schulpolitik - gelingen möge. Appelle dieser Art begleiten LehrerInnen seit Jahrzehnten, die LehrerInnen haben sich in diesen Jahren weiterentwickelt, die Antonkriegergasse hat ihr Gesamtschulmodell weiterentwickelt, was nach wenigstens 10 Jahren Stillstand noch fehlt, ist die entsprechende Entwicklung im BMUKK und bei der Budgetpolitik. *Die anwesenden KollegInnen rechnen da illusionslos-optimistisch, mehr und weniger damit, dass die vom BMUKK gesetzten Initiativen fortgesetzt werden, die Diskussion von AHS und HS-LehrerInnen war auch ein Zeichen dafür, dass es in der Gewerkschaft öffentlicher Dienst Interesse an Diskussion und Reform gibt - wenigstens an der Basis.

Rückfragehinweis: Reinhart Sellner,
Vertreter der Unabhängigen GewerkschafterInnen in der AHS-Sektion der GÖD und
Diskussionsteilnehmer am 5.6.07 in der Schopenhauerstraße
mail: reinhart.sellner@blackbox.net
Weitere Infos: http://www.oeli-ug.at/

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