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UG und ÖGB
Ein kritisches Verhältnis
Dem ÖGB geht es schlecht. Die Mitglieder
werden weniger, das Geld wird weniger. Der Organisationsgrad in
den neuen Branchen, in den Klein- und Mittelbetrieben ist schwach.
Die Organisation vergreist, weil immer
weniger junge ArbeitnehmerInnen beitreten. Der politische Einfluß
sinkt. Die Unternehmer können sich Dinge erlauben, die noch
vor wenigen Jahren so nicht denkbar waren.
Der ÖGB reagiert mit einem Fusions- und Modernisierungsprogramm,
dem man das Motto "Grad so viel ändern, daß alles beim
Alten bleibt" verpassen könnte. Die GPA beispielsweise setzt
auf ein Management-Projekt, bei dem die Teilnahme von BetriebsrätInnen
und Mitgliedern an der Entwicklung neuer Strukturen nicht gefragt
ist.
Die Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB haben sich
die Frage vorgelegt: Was ist für uns Gewerkschaft, wie hätten
wir´s denn gerne und was bräuchten wir?
Problematisiert wird das staatstragende Selbstverständnis
der Gewerkschaftsspitze, die praktizierte Form der Sozialpartnerschaft
und die wachsende Orientierung als Serviceeinrichtung für alles
und jedes, was viel Geld für immer weniger Menschen kostet
und bei der die Organisation kaputt geht und den Charakter einer
Interessenvertretung und "Kampforganisation" vollends verliert.
Die UG-Fraktionskonferenz wird sich auch mit neuen internationalen
Organisierungskonzepten beschäftigen z.B.
- VERDI, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Deutschland
- NIDIL, Neue Arbeitsidentitäten, Italien
- ORGANIZER, Großbritannien)
- UNIA, Dienstleistungsgewerkschaft für Frauen, Schweiz.
Schließlich wurde von der UG-Fraktionskonferenz noch eine
Resolution zum Thema "Arbeitsplatzoffensive im Öffentlichen
Dienst" beschlossen. Auch nicht gerade das, was dem main stream
im ÖGB entspricht...
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