Zwei Jahre "Anerkennung"
Versuch einer Zwischenbilanz
Von Alfred Bastecky. >> Info
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Positiv zu bewerten ist wohl die Tatsache,
daß die Existenz von Fraktionen im ÖGB
nicht mehr offiziell totgeschwiegen wird. Und daß
über die Schaffung von Anerkennungskriterien der unwürdige
Zustand einer "gnadenhalben Duldung" von Arbeitsgemeinschaften
beendet wurde. Damit verbunden war auch die Anerkennung
in einigen Bundesländern. Ein Ausdruck davon ist die
Tatsache, daß die Fraktions-konferenz der UG heute
im Austria Center stattfinden kann und auch in den Kongreßunterlagen
aufscheint.
Erfolglos waren bisher die Anerkennungsbemühungen
in der GÖD. Die setzt sich nach wie vor über die
Grundsatzregelung des ÖGB hinweg, eine Durchgriffsmöglichkeit
der ÖGB-Spitze besteht offenbar nicht oder sie wird
aus taktischen Gründen nicht wahrgenommen. Die UG wird
deshalb sowohl das Schiedsgericht der GÖD als auch
das des ÖGB anrufen.Immerhin gibt es in der GÖD
seit dem Vorjahr einen - wenn auch absolut zu geringen -
finanziellen Zuschuß.
An den politischen Einflußmöglichkeiten im ÖGB
hat sich bislang eher nichts geändert. Nach wie vor
fallen alle wesentlichen Entscheidungen in den fraktionellen
Vorbesprechungen der Mehrheitsfraktion. Auch alle Absichtserklärungen
des letzten Bundeskongresses, die politische Kultur im ÖGB
und die Gremienarbeit zu verändern, blieben bloße
Papiervorhaben.
Enttäuscht wurden auch auch die Erwartungen in Hinblick
auf eine höhere Dotierung der Fraktionsgelder. Nach
wie vor gibt es vom ÖGB auf den Schilling genau die
gleiche Subvention, die bereits die GE alleine hatte. Aufgrund
eines KOA-Beschlusses dienen diese Mittel, solange sie nicht
aufgestockt werden, zur Erhaltung der Infrastruktur der
AUGE. De facto wird damit die gemeinsame Zeitung ALTERNATIVE
finanziert.
Keine Fortschritte wurden bisher bezüglich der politischen
Handlungsfähigkeit des UG-Daches erzielt. Wobei festzustellen
ist, daß manche UG-Teilbereiche noch sehr mit den
eigenen Strukturen zu kämpfen haben und sich überdies
das Interesse der BasisaktivistInnen an "überregionalen"
Themen in Grenzen hält. Ein Zwischenschritte wäre
u.U. die Einrichtung von politischen Handlungsfeldern direkt
unter dem UG-Dach, die von den Teilorganisationen nicht
oder nur marginal wahrgenommen werden.
Kurz zusammengefaßt: Wir haben den Fuß in
der ÖGB-Türe. Ob sie wirklich aufgeht, hängt
von der weiteren Entwicklung im ÖGB ab aber auch von
den Fortschritten bei unserer Organisationsentwicklung.
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