UG-Startseite
     
 

Aus den Diskussionsbeiträgen der UGlerInnen:

Reinhard Sellner

"Standortpartnerschaft"?

Ich halte diesen Redebeitrag für Kollegen Reinhard Sellner, der heute hier zu Euch sprechen könnte, wenn in der GÖD das Statut des ÖGB konsequent angewendet würde.
... Der öffentliche Dienst ist in letzter Zeit stark unter Druck gekommen. Personal wird reduziert. die Löhne werden "stabil" gehalten, Ausgliederungen, Privatisierungen und die Reduzierung von öffentlichen Leistungen sollen die "Kosten senken". ... Das alles ist gewissen Scharfmachern in der "Wirtschaft" noch immer zu wenig. Täglich verlangen sie neue Einsparungen, Personalabbau, die Senkung der Kosten für die Wirtschaft ...
... Die GÖD hat im Antrag 138 die Probleme im Öffentlichen Dienst inhaltlich richtig zur Sprache gebracht und eine klare inhaltliche Forderung an den öffentlichen Dienstgeber formuliert ... Aber gleichzeitig hat die GÖD, nachzulesen in der Sommernummer ihrer Zeitschrift "Der Öffentliche Dienst" eine Vorgehensweise gewählt, auf die ich die Aufmerksamkeit des Kongresses lenken möchte. Dort wird nämlich von der Einrichtung einer sogenannten Standortpartnerschaft mit der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft berichtet, die gemeinsam zu wirtschaftsfreundlicheren Gesetzen, zur Evaluierung von Ausgliederungen, weiteren Einsparungen und zum Lobbying für "gemeinsame Interessen" dienen soll. Kolleginnen und Kollegen, wir werden da sehr aufpassen müssen, was unter dieser Standortpartnerschaft dann tatsächlich passiert und ob dies mit den auf diesem Kongreß geäußerten zukünftigen Absichten des ÖGB und der Gewerkschaften auch zusammengeht ... Wir werden also genau beobachten müssen, ob hier nicht unter dem Mäntelchen der "Standortpartnerschaft" in Wirklichkeit der Klassenkampf von oben befördert werden soll ...
zum Autor: Reinhart Sellner ist AHS-Lehrer, Aktivist der ÖLI/UG und Herausgeber der "Schulnachrichten"

 

Paul Kolm

Gemeinwohlorientierte Arbeitgeberorganisationen?

... "Der ÖGB bekennt sich zum System einer sozialen Marktwirtschaft, in der der Staat als politisch regulierende Kraft auftritt, zu einer Marktwirtschaft, in der starke Gewerkschaften als ausgleichender Faktor kompetenten, gemeinwohlorientierten Arbeitgeberorganisationen gegenüberstehen".
Ich habe viel Verständnis für Harmoniebedürfnis und da ist natürlich eine rosige Zukunft gezeichnet. Aber hat es wirklich etwas zu tun mit den Realitäten, die heute unmittelbar vor uns stehen? Ist dieses Leitbild wirklich geeignet, die Massen zu wecken, von denen ein Vorredner gesprochen hat, zu bewegen, zu engagieren? Ich denke, es ist auch ein Zudecken dessen, worum es in Wirklichkeit geht. Natürlich ist vor dem Hintergrund dieses Leitbildes und durchaus unserer Praxis Gerechtigkeit ein Anliegen des ÖGB und jedes Gewerkschafters und jeder Gewerkschafterin. Wie ist das mit der zentralen Frage die der Einkommensgerechtigkeit. Sie ist heute ungleicher als vor zwanzig Jahren, sie ist ungleicher als vor vierzig Jahren. Das ist eine Realität, wo wir uns fragen müssen: Haben wir nicht auch ein gerüttelt Maß an Verantwortung und können wir einfach die Unschuldsvermutung gelten lassen, wenn 45 Prozent der gültigen Stimmen der Arbeiter einer rechtsextremen Partei in Österreich zufallen, die diese Stimmen gegen die Gewerkschaften instrumentalisieren, obwohl wahrscheinlich nicht wenige Gewerkschaftsmitglieder dabei sind ....
zum Autor: Univ. Doz. Dr. Paul Kolm ist Leiter des "Ausschusses für Automation und Arbeitsgestaltung" der GPA und Mitarbeiter der AUGE

 

Robert Müllner

Zweite Frau als Vizepräsidentin

... Ich bin heute nicht nur zum Jammern heraufgekommen, sondern um ein positives Zeichen zu setzen. Uns allen täte es gut, wenn wir von diesem Kongress mit einem guten Gefühl nach Hause gingen, uns ernst zu nehmen und unsere Beschlüsse umzusetzen. Kollege Hubert Wipplinger hat mir heute ein gutes Stichwort geliefert und alle haben applaudiert: Mehr Frauen in Führungspositionen!
Ja, mehr Frauen in Fürungspositionen, das können wir am Freitag schon umsetzen. Eine zweite Frau als Vizepräsidentin! Es gibt genug Frauen, die dazu fähig sind ...
zum Autor: Robert Müllner ist Arbeiterkammerrat in Salzburg und Mitglied der AUGE