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Aus den Diskussionsbeiträgen der UGlerInnen:
Auf die Ökologie wurde vergessen
Von Klaudia Paiha.
... Da wird beispielsweise im Leitantrag "Arbeit statt Beschäftigung"
zwar die Entwicklung der EU hin zu einer Sozial- und Umweltunion
verlangt, was dies aber sein soll, wie so etwas ausschauen soll,
wird durch alle unsere Anträge nicht definiert. Im Gegenteil
durch alle Anträge weht der Geist des "schöner, grösser,
besser, mehr". So wird z.B. die freie Marktwirtschaft, die ja per
Definition auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist, nicht mehr in
Frage gestellt, sondern quasi als Gott-gegeben angenommen. Wir sprechen
nur noch von der Abfederung deren schlimmster sozialen Auswirkungen
- die ökologischen Auswirkungen vergessen wir gleich ganz.
Wirtschaftswachstum wird als seligmachendes Instrument des Wohlstandes
der ArbeitnehmerInnen propagiert - dabei wissen wir ebenso wie die
ÖkonomInnen schon längst, dass Wirtschaftswachstum nicht
automatisch Zuwachs an Wohlergehen und Wohlstand bedeutet ...
... Nun noch im Besonderen zum Leitantrag "Wirtschaft statt Herrschaft".
Hier gibt es zwar einen eigenen Abschnitt zu Umwelt, doch wird die
Frage des Erhalts der natürlichen Lebensgrundlagen nicht als
integrierter Bestandteil der Wirtschaftspolitik gesehen. So fehlt
z.B. bei der Analyse, dass es sich bei Globalisierung auch um einen
Wettlauf um die verbliebenen Ressourcen am Globus handelt. Der Wunsch
nach Wachstum hat zwar die Beifügung "qualifiziert" bekommen,
doch fehlt die Definition davon - nämlich, dass es um ressourcenschonendes,
ökologisch und sozial verträgliches Wirtschaften geht,
also den Erhalt der natürlichen und wirtschaftlichen Lebensgrundlagen
auch für die nächsten Generationen. Und: lassen wir uns
nicht einreden, umweltverträgliches Wirtschaften würde
Arbeitsplätze kosten - das Gegenteil ist der Fall: z.B. ist
die Einsparung von Energie durch Wärmedämmung etc. wesentlich
beschäftigungsintensiver als der Betrieb eines jeden neuen
Kraftwerks ...
Ganz andere Realität!
Von Richard Koller.
... Ein anderes Beispiel ist die bereits alte Forderung nach der
35 Stunden-Woche. Diese Forderung - so höre ich hier, soll
nun endlich umgesetzt werden. Aber gleichzeitig, Kolleginnen und
Kollegen, haben wir doch eine ganz andere Realität. In den
Betrieben wird der Arbeitstag ausgedehnt, das Arbeitszeitgesetz
erlaubt immer mehr Ausnahmen auf der Grundlage betrieblicher Vereinbarungen,
der 10-Stunden-Tag ist oft die Untergrenze dessen, was tatsächlich
passiert.
Im Gegenteil, mit den in einigen Bereichen bereits üblichen
Vereinbarungen über Jahresarbeitszeit, Arbeitszeitkonten usw.
werden doch noch ganz andere Dimensionen aufgemacht? Da haben wir
dann die 58-Stunden-Woche über mehr als ein Jahr, Überstundenzahlungen
fallen komplett aus und dann kannst du auf Urlaub gehen, wenn gerade
keine Aufträge da sind. Und es gibt in letzter Zeit auch Verhandlung
über Kollektivverträge, wo solche Sachen extensiv ermöglicht
werden sollen, z.B. der EDV-KV im Gewerbe. Sind wir uns eigentlich
klar darüber, daß wir hier einerseits Beschlüsse
fassen und deren Umsetzung verlangen und andererseits Gesetze gemacht
werden, wo auch Gewerkschafter abstimmen, die das genaue Gegenteil
bewirken? Kollege Katzian hat hier gesagt, die Durchsetzung der
Positionen des ÖGB sei letztlich eine Machtfrage. Ich stimme
ihm zu. Und er hat gemeint, es sei an der Zeit, die Macht der Gewerkschaften
wieder und auch auf der Straße zu zeigen. Auch das halte ich
fur eine richtige Einschätzung. Aber, Kolleginnen und Kollegen,
machen wir uns da nicht Illusionen über unsere Möglichkeiten?
Realität und Beschlüsse liegen derzeit sehr weit auseinander.
Wird es nicht zunächst ein gewaltiges Pensum Arbeit brauchen,
um die Menschen überhaupt wieder davon zu überzeugen,
daß es Sinn macht, auf die Straße zu gehen. Lange genug
haben ihnen doch gerade die Gewerkschaften erklärt, sie sollten
warten, man würde sie schon rufen, wenn es nötig ist.
Demokratisierungsschub in den Schulen
Von Kurt Muck.
Die Anträge zur Schule im allgemeinen und der Mittelstufe
im besonderen, also der gemeinsamen Schule für 10 bis 14-Jährige
finden wir unterstützenswert, obwohl wir uns gut vorstellen
könnten, dass dieser Antrag auch die Polytechnische Schule
einschließen könnte und es dann hieße eine Schule
für alle 10 bis 15-Jährigen. Nicht der Schulverbund ist
der Schlüssel zur Behebung der Mittelstufenkrise, sondern die
Aufhebung der Teilung in Haupt-, Mittelschule und AHS.
Es ist uns auch ein Anliegen, neben den Lehrplanänderungen
eine weitergehende Autonomie der Pflichtschulen anzuregen. Wir versprechen
uns davon einen Demokratisierungsschub.
Konkret schlagen wir eine Trennung der Bezirksdienststellen in
Schuldienststellen vor, wie dies auch in den Bundesschulen üblich
ist. Dabei sind von den Bediensteten her gesehen kleinere Schulstandorte
einem regional größeren Standort anzugliedern. Und es
ist uns durchaus bewusst, dass dies eine Lawine an Gesetzesänderungen
nach sich zieht, was aber der Mühe im Sinne einer Demokratisierung
und Autonomisierung der Schulen wert wäre
- Gleichrangiges Anliegen ist es, das PVG bei Vergehen dagegen
mit Sanktionsmaßnahmen zu versehen
- Eine weitere Auswirkung wäre die Notwendigkeit, die LeiterInnenqualifikation
und auch die LeiterInnenbestellung neu zu überdenken. Mit der
weitreichenderen Autonomie, wäre das Berufsbild ein anderes
als das bisherige, andere Anforderungen würden an die LeiterInnen
gestellt ...
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