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UG: Konferenz 1995, 1996,
1997, 1998, 1999, 2001,
2003
Kurzprotokoll der UG-Konferenz am 7. November 1998 in Linz.
UG-Konferenz 1998
Hannelore Hellermann erhofft in ihrer
Begrüßung, daß der Wechsel des Konferenzortes (vom
"Zentrum" in die "Peripherie") den Blickwinkel ändert und die
Arbeitsergebnisse positiv beeinflußt. Tatsächlich ist
Linz nicht nur schön, sind die LinzerInnen außerordentlich
gastfreundlich und liebenswürdig, sondern ist auch der Oberösterreichische
ÖGB in manchen Dingen Vorreiter.
Kollege Hubert Wipplinger, AK-Vizepräsident
und Vorsitzender des ÖGB Oberösterrreich, erzählt
von übergreifenden Projekten, in denen Kammer und ÖGB
intensiv zusammen-arbeiten. Zum Beispiel "weltumspannend arbeiten"
oder auch die Kon-taktoffensive, über beide haben wir in der
Alternative schon berichtet. Seine Rundschau offenbart ein sehr
lebendiges Bild der Oberösterreichischen Gewerkschaften. "Mit
Flexibilisierung der Arbeitszeit werden wir die Vollbeschäftigung
nicht erreichen", das Kapital wird immer härter, eigentlich
sollten die Gewerkschaften dasselbe tun, sie müßten vom
Reagieren zum Agieren kommen. Eine oberösterreichische Allianz
für den arbeitsfreien Sonntag wird breit getragen und erwägt
die Einleitung eines Volksbegehrens.
Berichte
- Alfred Bastecky für die UG:
Im letzten Jahr gab es 10 Sitzungen des KOA und zwei vorbereitende
Sitzungen vor dem ÖGB-Bundesvorstand. Vor allem zwei Dinge
sind gelungen: die Alternative als Zeitung der UG ist ein gutes
Projekt, dabei hapert es noch mit der Verbreitung. Abowerbung muß
sie zu einem tatsächlichen Zentrum der UG machen. Und die Homepage
ist in vielen Bereichen sehr aktuell und gut gewartet. Die Adresse
(www.ug-oegb.at) muß verbreitet werden.
- Lisa Langbein für die KIV:
Im letzten Jahr waren bekanntlich Personalvertretungs- und
Gewerkschaftswahlen in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten.
Vorgestellt wurde der Wahlkampf der KIV - die vorbereitenden "Ballonaussendungen",
das große Fest im Rathaussaal in Wien (20 Jahre KIV), die
Finalaussendung (die Bilanz der FSG "schlechter hätten wir
es auch nicht machen können"), das bekannte Ergebnis (es hat
sich nicht viel geändert) und ein bisserl die Problematik größer
werdender Organisationen.
- Klaudia Paiha für die AUGE:
Hier ist die Ausgangssituation anders, weil nicht eine Gewerkschaft
sondern mehrere Einzelgewerkschaften. In der laufenden Arbeit nehmen
aber die GPA- und Arbeiterkammergremien einen großen Platz
ein. Jetzt gerade gibts große Konferenzen der GPA und Kammerwahlen
stehen vor der Tür. Einstweilen macht die UG noch mehr Arbeit
als sie bringt - noch ist die Quantität der Sitzungen nicht
in Qualität umgeschlagen. So wie aus der Alternative eine bessere
Zeitung geworden ist, die noch nicht mehr Verbreitung gefunden hat.
- Kurt Muck für die UGÖD
UGÖD als loser Zusammenschluß von Gruppierungen
und extrem abhängig von der GÖD, einer speziell starren
Einzelgewerkschaft. Finanziell ist nichts da, "KIV und AUGE sei
Dank" gibt es die UGÖD noch - zwar nicht sehr, aber sie arbeitet
dran. Der Organisationsreferent ist Richard Koller. Jede Woche wird
ein Journaldienst im Büro eingerichtet. Zwei Problemkreise:
die Finanzen (kein Geld) und die Frauenquote (keine Frauen?).
- Mario Lechner für Vorarlberg:
Die AktivistInnen der Vorarlberger LehrerInnen-Initiative
(VLI) sind im Zuge des Hainburg-Konflikts aus der Gewerkschaft ausgetreten.
Danach war Vorarlberg viele Jahre lang alternativgewerkschaftliches
Brachland.
Für die AK-Wahl 1994 kandidierte dann unter dem Namen "Gemeinsam"
eine neue Gruppierung, die sich schwerpunktmäßig mit
Migrationspolitik beschäftigte und sich nach ihrem Einzug in
die AK Vorarlberg (2 Mandate) nach einer gewerkschaftspolitischen
Anbindung umsah und schließlich zu einem Teil der GE bzw.
der AUGE wurde. "Gemeinsam, Alternative und Grüne GewerkschafterInnen
/ UG" ist mittlerweile in der GPA Vorarlberg und im ÖGB Vorarlberg
als Fraktion anerkannt.
In der VLI ist es zu einem Meinungsumschwung gekommen. Neben der
Personalvertretungsarbeit soll auch (wieder) in die Gewerkschaftspolitik
eingestiegen werden und die Anerkennung als VLI/UG bzw. als UGöd
in der GöD Vorarlberg erreicht werden. Für die PV-Wahlen
1999 soll wiederum in den AHS und BHS und erstmals auch im Pflichtschulbereich
kandidiert werden.
Für Gemeinsam stehen im April 1999 AK-Neuwahlen statt. Es werden
auch mehrere eingebürgerte und ausländische KollegInnen
kandidieren. Gegen eine Streichung der Nicht-ÖsterreicherInnen
soll auf EU-Ebene ein Prozeß angestrengt werden. Gewerkschaftsaktivitäten
müssen bis zur AK-Wahl ruhiggestellt werden.
- Herbert Piller aus Tirol:
Bei der AK Wahl waren sie ziemlich erfolgreich, im Ausbau
gibts Schwierigkeiten, schon allein deshalb, weil es gar kein Geld
gibt. Eine Arbeitsplattform ist nötig, vielleicht kann es eine
Besserung geben, wenn für die Grünen in der AK eine Halbtagskraft
angestellt werden kann. Informationsflüsse zwischen den Säulen
sind derzeit spärlich.
- Thomas Schwarzenbrunner, Oberösterreich:
ÖLI, KULI und AUGE haben sich zusammengesetzt und sind
anerkannt worden. Momentan besetzt die AUGE den Sitz in der LEX,
es soll gewechselt werden. Die Liste für die AK-Wahl steht
noch nicht.
- Walter Binder, Steiermark:
Derzeit nehmen die beiden Sitze in der LEX Walter Binder
(GÖD) und Ilse Löwe-Vogl (AUGE) ein. De facto ist es noch
nie zu einem Treffen aller UG-Teile in der Steiermark gekommen.
Jede/r werkelt so vor sich hin. An Geld gibts das der Sektionen
im eigenen Bereich, Fraktionsgelder und Bildungsgelder, insgesamt
auch sehr wenig.
- Leider war von Salzburg niemand da.
Um die Vernetzung zu verbessern wurde beschlossen, den KOA möglichst
bald nach Salzburg zu laden.
- Dann wurde beschlossen, die der Konferenz vorliegenden Anträge
in den Arbeitskreisen mitzubehandeln und nicht eigentlich abzustimmen.
Nach der Mittagspause:
I. Impulsreferat von M. Gehmacher: Reflexionen im
ÖGB/UG-KOA zu Struktur und Organisation der UG
1. Die UG soll:
- Information geben
- Gew. u. Betriebsrats- bzw. PV-Arbeit unterstützen, Beratung
geben
- Geld bzw. Infrastruktur anbieten, erkämpfen
- Zu wichtigen Themen eine Position beziehen, anbieten...
- Erfahrungsaustausch zw. verschiedenen Bereichen ermöglichen,
organisieren.
- Aber auch "jeden" autonom entscheiden lassen (Einzelne u. einzelne
Gruppen);
- Berücksichtigung von Minderheitenpositionen
- Politische Ziele umsetzen, durchsetzen
- Solidaritätsarbeit leisten auf nat. und internationaler Ebene
2. Wie soll die UG arbeiten?
- schlagkräftig - Bewegung soll sichtbar werden
- fundiert - sachl. Arbeit, Kompetenz und
- demokratisch - Beteiligung der Teilorganisationen
3. Spannungsfeld zwischen:
- Namenslistenverbund (zweckorientiert auf Ressourcen, Anerkennung
im ÖGB etc, ohne inhaltlich zu stark verbindliche Programme
und einheitliche Aktionen)
- Schlagkräftige politische Organisation, "Kampforganisation"
Wo steht die UG heute in diesem Spannungfeld? Wo soll sie hin
- welche verschiedenen Auffassungen gibt es dazu? In den 90er Jahren
massives Anwachsen von soz. Bewegungen, Streiks etc. In Europa (EU?),
auch auf geringerem Level in Österreich.
Auf dieses Faktum müssen wir eingehen, wo steht da die UG?
Es gibt auch Bewegungen neben der Gewerkschaft (in Frankreich z.
B. In Österr. Zum Teil LehrerInnenproteste) Was trägt
die UG dazu bei? Charakter der Kämpfe meist: Status quo zu
erhalten bzw. weitere Verschlechterungen abzuwehren.
Welche Themen puschen wir, damit es zu weiterer Vernetzung solcher
Kämpfe, Bewegungen, Initiativen kommt? Und um Druck gegenüber
Regierung, Arbeitgeber zu erzeugen?
z.B. Arbeitszeit; wollen wir also in bestimmten Bereichen Themen
vorgeben? Wenn ja - Welche Strukturen können das leisten? Referenten
(Experten) - Zeitplan - Kampagnen - Überlegungen in den 4 Arbeitskreisen
- Ergänzungen zu den 3 Arbeitskreisen auf Programm 4. AK: Struktur
d. UG, Vorstand, Geld.
II. Berichte aus den 4 Arbeitskreisen
1. AK: Streitkultur in der UG; Kurt stellt Ergebnis
vor
Zuerst "akademische" Abhandlung, dann Rollenspiel, auch nicht
sehr ergiebig, bis sich Kurt Muck seine Pfeife anzündete -
dieser latente Konflikt wurde nicht effizient im Sinn von Beseitigung
der Ursache ausgetragen. Reaktionsspektrum von Verlassen der Gruppe,
über Beschwichtigungen, Übergehen, das Gleiche tun aber
abgeschwächt (bei offenem Fenster). Kurts Fazit: Wir können
mit resistentem Verhalten nicht umgehen. Unser Instrumentarium ist
beschränkt auf Diskussion, ev. verbale Attacken, aber nichts
Effizientes, wenn der Widerspenstige nicht einsichtig und durch
Argumente zu überzeugen ist. Vielfach werden Konflikte gar
nicht als solche erkannt, oder sie werden wegrationalisiert, indem
man argumentiert, warum man nichts unternehmen kann.
Michael, der auch in der Gruppe war, meint, man hätte konkrete
Konflikte aufarbeiten sollen. Kurt kontert, dass dies nur rezeptiv
wirken könne und nur situationsgebunden wirkt. Der AK kam aber
durch exemplarisches Arbeiten zu Einsichten.
R. Koller: Wenn wir nach außen mehr wirksam werden wollen,
sollten wir uns Konfliktumgangsformen der "Grünen" vermeiden.
2. AK Öffentlichkeitsarbeit d. UG. Thomas
Kerschbaum stellt vor
Intern keine Öffentlichkeitsarbeit, diese ist aber Voraussetzung
für Öffentlichkeitsarbeit nach außen. Mangelwissen:
Wo, in welchen Bereichen gibts überhaupt UGlerInnen,
welche Zeitungen .... hier wurde Wissen ausgetauscht, zusammengetragen,
weil sich das als dringendes Bedürfnis herausstellt. Es sind
immer dieselben Leute, die an der internen Information arbeiten,
Artikel schreiben.
Alternative: hat noch sehr geringe Verbreitung, müsste geändert
werden; ist weniger ein Problem von AUGE und KIV, mehr der UGöd
und anderer Gruppen. Alternative mehr bewerben.
KOA-Berichte: werden nur teilweise weitergegeben.
Homepage - könnte z.B. v. LehrerInnen mehr genutzt werden (Zugang
über Schulen)
Persönliche Kontakte, Gespräche: Alternative in PV und
Betriebsratsarbeit einbeziehen.
UG Themen sollten in allen Gruppen diskutiert werden.
Die verschiedenen Gruppen müssen sich mehr an der Zeitung beteiligen!
Redaktionsschluss der Alternative ist jeweils am 20. eines Monats!
Betriebs- und Gruppenzeitungen sollen alle an Troopy Bastecky (KIV)
geschickt werden.
Michael: Es sollte sich einmal auch umgekehrt 1 Thema durch alle
Zeitungen ziehen.
AK 3: Vernetzung (national u. international)
Situationsanalyse
- Zu wenig Vernetzung (horizontal und vertikal!)
- UG nicht attraktiv genug für Basis
- Zu wenig Information, was UG-VertretrInnen in den Gremien tun.
- Nur bereichsweises Interesse
- Überlastung des KIV-Büros
- Viele haben kein e-mail, Internet
- Wiener Zentralismus
- Ausgeprägter Individualismus
Ziele:
- UG-Sekretär?
- UG soll Organisation sein und Initiativen an Rändern einbinden
- Vernetzung nur der Funktionäre?
- Wie kann man den ÖGB (EGB?) bei Vernetzung nützen?
- UG ist Anlaufstelle oder Mitgliedermaximierung?
Maßnahmen
- Homepage ausbauen, Web-Adresse verbreiten.
- KIV Adressenzentrale verbessern, ausbauen. Betriebslisten mit
UG-VertreterInnen;
- GPA-Liste v. deklarierten PV/BR anfordern
- Alternative: Teil mit Kurzmeldungen aus den Gruppen, Gremien,
Bundesländern ausbauen für Kommunikation; neben dem redaktionellen
Teil; Schneeball - Info-System.
4. AK Struktur d. UG, Vorstand, Geld
- Ziel d. UG-Gründung: zu Geld zu kommen. UG bekommt 750.000
vom ÖGB, die früher die GE erhielt; Dieser Betrag geht
jetzt an AUGE, um Struktur zu erhalten. Es wird auch davon die Alternative
finanziert. 150.000 Einnahmen aus Alternative. 600.000 Produktions
und Redaktionskosten. 200.000 Personalkosten, Büro, Versand...
- AK Wien Fraktionsgelder d. AUGE werden ausschließlich für
den eigentlichen AUGE-Bereich verwendet. V. GPA erhält die
AUGE 80.000 insgesamt pro Jahr für alle Bundesländer und
48.000 für Wien. Bis zu 100.000 dürfen Seminare in Velm
kosten (kosten aber mehr)
- Forderung an Gewerkschaft: weggehen von prozentuellen finanziellen
Beteiligungen, sondern es muss eine Infrastruktur bezahlt werden.
- Strukturverbesserung: ohne Erhöhung der Selbstausbeutung,
mit mehr Geld; derzeitige Energien effizienter einsetzen. Siehe
AK 3
- Eigenfinanzierung der Alternative erhöhen; Wenn UGöd
einmal mehr Geld kriegt, wird dies auch der UG nützen.
Vorschläge:
- Heidi: Einblick in Finanzen publizieren, Überblick allen
Organisationen zur Verfügung stellen.
- Richard: Erstellung eines "UG-Handbuches" mit Namen, Funktionen,
Adressen, Telefon, Fax, E-Mails.
- Entscheidende Schwäche in der UG ist die UGöd
- Antrag: siehe Text von Richard.
- Wunsch nach zusätzlichen, Druck machenden Aktionen von Mario
Lechner. (z.B. Besetzung der GÖD-Zentrale, mit Schlafsäcken....)
III: Generalversammlung mit Wahl der FunktionärInnen.
Beschluss: Der Vorstand wird für eine weitere Peroide bestätigt.
Die SprecherInnen der Bundesländer wurden bestätigt.
IV Beschickung der Arbeitskreise zur Vorbereitung
des 14. ÖGB-Bundeskongresses.
Protokoll von Lisa Langbein, Heidi Pirchner und Kurt Muck
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