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ÖGB-Kongress 2003
Presseaussendung
"ÖGB muss sich für künftige soziale Kämpfe
rüsten"
UG sieht eine umfassende Demokratisierung des
ÖGB als Überlebensfrage für die österreichischen
Gewerkschaften.
Anlässlich des 15. ÖGB-Bundeskongresses, der unter
dem Motto "Menschen sind unsere Stärke" stattfindet, fordern
die Unabhängigen GewerkschafterInnen (UG) einmal mehr eine
grundlegende Demokratisierung des ÖGB. "Wenn Menschen die Stärke
des ÖGB sind, was ja ohnehin klar ist, dann sollten diese Menschen
auch mehr Möglichkeiten haben, die ÖGB Politik aktiv mitzubestimmen,"
so Alfred Bastecky, Vorsitzender der UG im ÖGB und Mitglied
des ÖGB Bundesvorstandes. "Die Urabstimmung im Jahr 2001 sowie
die Streikbewegung im Frühjahr haben gezeigt, wie aktiv die
Gewerkschaftsbasis ist, wenn ihr nur die Möglichkeit gegeben
wird." Die Erfahrungen der Streiks hätten allerdings auch gezeigt,
dass Streikerfahrung fehlt. "Fünfzig Jahre Sozialpartnerschaft
und damit verbundener Entmündigung der Gewerkschaftsbasis lassen
sich nicht per Knopfdruck innerhalb kurzer Zeit wieder gut machen.
Wir brauchen Gewerkschaften, in denen Demokratie keine Ausnahmenerscheinung,
sondern die Regel ist. Das stärkt die Verbundenheit der Basis
zu ihren Organisationen. Der ÖGB ist gut beraten, aus den Erfahrungen
der letzten Streiks zu lernen und sich für kommende soziale
Kämpfe zu rüsten," Bastecky weiter.
Regelmäßige Urabstimmungen zu Kollektivvertragsabschlüssen
sowie Plattformen zur Selbstorganisation von atypisch Beschäftigten
oder MigrantInnen wären für die Unabhängigen GewerkschafterInnen
erste wichtige Schritte zu mehr Demokratie im ÖGB. "Vorstellbar
ist auch die Direktwahl der ÖGB-Spitze durch die Gewerkschaftsmitglieder.
Derartige Schritte würden den ÖGB nur stärken und
dem Bedürfnis nach mehr Mitbestimmung und Mitgestaltung durch
die Gewerkschaftsbasis entsprechen," Bastecky weiter.
Die großen Konfliktfelder der Zukunft zeichnen sich für
die Unabhängigen GewerkschafterInnen bereits ab. "Die bereits
in Gang gesetzten Privatisierungsmaßnahmen im Pensions- oder
Gesundheitsbereich, die Zurückdrängung des Sozialstaates
und der gezielte Abbau von ArbeitnehmerInnenrechten in der Privatwirtschaft
und in den öffentlichen Diensten, die Zunahme von prekärer
Beschäftigung warten auf entsprechende Antworten seitens der
Gewerkschaften." Bastecky begrüßt das Engagement des
ÖGB im Rahmen der "Stopp-GATS"-Kampagne als "längst
überfällige Öffnung der Gewerkschaften zu sozialen
Bewegungen". Doch dürfe nicht übersehen werden, "dass
GATS längst in Österreich und in den Kommunen umgesetzt
wird. Der ÖGB muss dem Mythos, dass durch Privatisierungen
alles besser wird, die gesellschaftliche Realität entgegensetzen:
die heißt neue Armut, Bildungsnotstand und Prekarisierung
der Beschäftigungen. Das verlangt nach mehr, nicht weniger
öffentlichen Leistungen. Und das braucht aktive Umverteilung,
um diesen Problemen erfolgreich begegnen zu können," schließt
Bastecky.
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