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ÖGB-Kongress 2003
Presseaussendung
"Österreich Pension" ist kein Konzept für die Jugend
"Die Österreich Pension' des ÖGB
entspricht in etlichen Punkten nicht den Anforderungen einer modernen
Bildungsgesellschaft", kritisiert Mag. Markus Koza.
Die UG begrüßen zwar ausdrücklich die im
Rahmen des ÖGB-Reformkonzeptes aufgestellte Forderung nach
einer eigenständigen, existenzsichernden Mindestsicherung im
Alter, die insbesondere Frauen zugute kommen und das Armutsrisiko
Alter reduzieren würde, doch beinhaltet auch das ÖGB-Konzept
Pensionskürzungen: "Der Durchrechnungszeitraum von fünfundvierzig
Jahren führt zwangsläufig zu geringeren Pensionsansprüchen,
als ein Durchrechnungszeitraum von fünfzehn Jahren. In diesem
Punkt hat sich der ÖGB der Regierungsposition angenähert".
Problematisch befinden die Unabhängigen GewerkschafterInnen
die Ausdehnung des Lebensarbeitsvolumens. "Die Annäherung des
faktischen an das gesetzliche Pensionsalter ohne begleitende Forderung
nach Arbeitszeitverkürzung verschärft die Situation am
Arbeitsmarkt und bedeutet tatsächlich eine Arbeitszeitverlängerung".
Auch entspricht die "Österreich Pension" nicht den Anforderungen
der Bildungsgesellschaft: "Jugendliche, die etwa in universitärer
Ausbildung stehen, die später in den Arbeitsprozess eintreten,
müssen aufgrund des hohen Durchrechnungszeitraums dramatische
Pensionseinbussen in Kauf nehmen. Ersatzzeiten fehlen ebenso für
Arbeitssuchende, die keine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung
beziehen". "Das trifft SchulabgängerInnen oder Jugendliche,
die neu in den Arbeitsmarkt eintreten und atypisch Beschäftigte,
die keine Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung beziehen."
Auf Kritik bei den Unabhängigen GewerkschafterInnen stößt
auch der defensive Charakter des ÖGB-Modells: "Die Frage der
Finanzierung der Pensionen ist letztlich eine Verteilungsfrage.
Hier agiert der ÖGB zu defensiv. Überlegungen, neue Finanzierungsquellen
zu finden, wie etwa die Wertschöpfungsabgabe, oder die Absicherung
des Staatsanteils aus Einnahmen einer Vermögenssteuer, fehlen.
Die Verteilungsfrage ist jedoch gerade in einem der reichsten Länder
der Welt offensiv zu stellen", schließt Koza.
Die Unabhängigen GewerkschafterInnen fordern eine ausführliche
Diskussion in allen gewerkschaftlichen Gremien und eine Urabstimmung
unter den Gewerkschaftsmitgliedern zu den Vorschlägen des ÖGB
zur Pensionsreform.
Zitat im "Standard"
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