|
1995-1997
Was bisher geschah
Am 14. Oktober 1995 wurde der Zusammenschluss
der bis dahin "nebeneinander"arbeitenden parteiunabhängigen
Gewerkschaftsgruppierungen vorbereitet.
Die beiden in ihren Fachgewerkschaften bereits
anerkannten Gruppierungen KIV
(GdG) und GE (heute "AUGE",
GPA), sowie die UG im Öffentlichen Dienst und kleinere Personalvertretungsgruppen
arbeiteten einen Plattformtext aus, auf
den sich die Generalversammlung der neugeschaffenen Dachorganisation
der Unabhängigen GewerkschafterInnen - UG am 27. April 1996
einigte.
Zu diesem Termin wurde der 2. UG Halbjahreskongress abgehalten,
auf dem von Mag. Martin Panholzer (GPA-Grundsatzabteilung) ein Referat
über die Umverteilungsproblematik gehalten wurde.
Darin und in der anschließenden Diskussion kam zum Ausdruck,
dass in den letzten sieben Jahren unter der Sozialistischen Regierungsverantwortlichkeit
durch steuerliche Begünstigungen des Finanz- und Industriekapitals,
sowie durch regressive Lohnpolitik, Sozialeinsparungen und lasche
Steuereintreibung vehement Umverteilung nach "oben"erfolgte.
Nicht zu vergessen sind die internationalen Ursachen dafür.
Als Hauptursache gilt die Hochzinspolitik in ganz Europa, die die
öffentlichen Haushalte stark belastet und das Finanzkapital
stark bevorzugt. Weiters erfordern die Maastricht-Kriterien erhöhte
Sparpolitik. Dazu kommt der zunehmende internationale Konkurrenzkampf
und die Deregulierung der Finanzmärkte, die nationale Regulierungsbestrebungen
behindern und Abwanderung des Kapitals nach sich zieht. (Standortpolitik).
Diese Politik führte dazu, dass der Staat großteils von
den Unselbständigen finanziert wird.
Der zweite Teil des Kongresses war als Generalversammlung gedacht.
Es wurde der Vorstand gewählt und die vorbereiteten Statuten
beschlossen. Um die vorgenommene Arbeit effektiver zu machen und
die gesteckten Ziele schneller zu erreichen wurden Koordinationsausschüsse
gegründet, die in monatlichen Sitzungen zu aktuellen Themen
Stellung nehmen und die Kongresse sowie andere Veranstaltungen vorbereiten.
So wurden und wird zu den Themen:
- Globalisierung, ein GE-Seminar im November 1996
- Pragmatisierung, eine GÖD-UG Veranstaltung für April
1997
- Sozialversicherung, ein GE-Seminar im Februar 1997
- Flexibilisierung der Arbeitszeiten, ein Arbeitskreis der ÖGB-UG
geplant und durchgeführt.
Außerdem wurde die Zeitschrift "Altenative" als
Informationsorgan der UG umgestaltet.
Es wurde auch vereinbart UG-VertreterInnen in das Komitee gegen
Arbeitslosigkeit zu entsenden, die aktiv an der Organisation des
Marsches nach Amsterdam im Frühling 1997 mitarbeiten.
Die Zeit unmittelbar nach dem UG-Kongress stand im Zeichen der
Anerkennungsverhandlungen. Für Wien wurde der Antrag eingebracht.
Der ÖGB kündigte ein Gespräch an. Die GÖD allerdings
scheint sich mit der Anerkennung der UGÖD bis zum Gewerkschaftstag
im Herbst Zeit zu lassen.
Anläßlich der in letzter Zeit geführten Arbeitszeit-Flexibilisierungs-Diskussion
wurde dieses Thema als Referat auf der nächsten Halbjahreskonferenz
(Oktober 1996) der UG als Referat von Christoph Klein (AK) behandelt.
Seine Ausführungen beschäftigten sich mit:
- den unmittelbar bevorstehenden Rechtsvorhaben (Arbeitszeitgesetz,
Arbeitsruhensgesetz, Öffnungszeitengesetz u. Nachtarbeitsgesetz)
- dem politisch-ökonomischen Rahmen (Flexibilisierungsdebatte
wie Ausdehnung der Arbeitszeiten, Flexibilisierung der Arbeitszeit
und Verkürzung der Arbeitszeiten)
- der politischen Praxis
Der UG-Standpunkt dazu wurde dahingehend formuliert, dass bzgl.
Arbeitsruhensgesetz keinesfalls auf Kollektivverträge verzichtet
werden dürfe. Bloße Betriebsvereinbarungen würden
die Arbeitsverhältnisse jedenfalls verschlechtern.
In Verbindung mit dem Nachtarbeitsverbotsgesetz wurde festgestellt,
dass die Bestimmungen bisher unter dem Druck der Arbeitgeber (Abwanderungsdrohung)
immer wieder unterlaufen wurden. Kontrollmechanismen wurden bereits
nicht mehr durchgesetzt. Auch hier ist auf Kollektivverträge
zu bestehen.
Bei der Flexibilisierung der Arbeitzeit ist darauf zu achten, dass
sie arbeitnehmerInnenorientiert eingesetzt werden muss. Auf jeden
Fall ist auch hier auf Kollektivverträge zu beharren.
Zur Arbeitszeitverkürzung wurde klargestellt, dass sie derzeit
kaum kollektiv durchsetzbar ist. Eine indirekte AZV ist aber nicht
ganz ungefährlich. Sie ist aber eine tendentielle Waffe gegen
die Arbeitlosigkeit. Der derzeitige Trend geht hin zu einer Verbindung
von Verkürzung und Flexibilisierung.
Bei all diesen "Lösungen" ist klar, dass die Arbeitgeber
Lohnkosten sparen wollen. (Streichung der Überstundenzuschläge)
Im November 1996 glaubte die FPÖ dem ÖGB mit dem "Austritt"
drohen zu müssen. Sie stellten anläßlich der neuen
Fraktionsordnung fest, dass sie zwar den Fraktionsstatus anstreben,
falls sie aber nicht anerkannt würden eine eigene Gewerkschaft
gründen würden.
Um klarzustellen, dass sie nicht die einzige Opposition im ÖGB
sind, gab die UG am 25. November 1996 eine Pressekonferenz, die
von den Medien zur Kenntnis genommen wurde.
|