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Wien, 20. Jänner 2000
UG zu den Koalitionsverhandlungen 2000:
Die ÖVP spinnt!
Die SPÖ auch!
Seit Tagen beobachten die "Unabhängigen
GewerkschafterInnen im ÖGB" mit großem Unbehagen
die Verhandlungen zwischen der SPÖ und der ÖVP über
die Bildung einer gemeinsamen Bundesregierung.
Alles deutet auf ein neues Sparpaket hin und
darauf, daß die SPÖ offenbar bereit ist, sich die Regierungsbeteiligung
auf Kosten der ArbeitnehmerInnen und der "kleinen Leute"
zu erkaufen.
Ein echter Skandal darüber hinaus ist jedoch die Forderung
von Maria Rauch-Kallat, "die Gewerkschaften" müßten
das Koalitionsübereinkommen mit unterzeichnen. Gemeint sind
offenbar die SP-Gewerkschafter Verzetnitsch und Nürnberger.
Unverhohlener hat wohl kaum jemand den ÖGB als eigenständige
überparteiliche Organisation mißachtet. Das ist auch
ein Schlag ins Gesicht der vielen BetriebsrätInnen und PersonalvertreterInnen,
die sich seit Jahren und zum Teil äußerst erfolgreich
im ÖGB um eine parteiunabhängige konsequente Interessenvertretung
bemühen.
"Selbst eine Unterschrift der SP-Gewerkschafter Verzetnitsch
und Nürnberger könnten den ÖGB nicht binden!",
meint dazu Alfred Bastecky, Mitglied des ÖGB-Bundesvorstandes
und Vorsitzender der Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB
(UG). "Die Unabhängigen GewerkschafterInnen werden jedenfalls
im ÖGB, in den Einzelgewerkschaften und in den Betrieben und
Dienststellen, in denen sie vertreten sind, zum massiven Widerstand
gegen die hemmungslosen Sparumtriebe der Großkoalitionäre
mobilisieren."
Nicht viel gescheiter ist der SP-Präsidiumsbeschluß,
wonach Viktor Klima die Gewerkschaften von der Notwendigkeit der
Reformen im Bereich der Pensionssysteme und der Abfertigungsregelungen
zu überzeugen hat. Das kann bestenfalls im Parlament im Rahmen
des sattsam bekannten Fraktionszwanges gelingen.
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