LehrerInnen weiter aktiv gegen Sparmassnahmen im Bildungsbereich
Von Othmar Zendron.
Mit großem Medienrummel werden weitere Einsparungen auch
im Bildungsbereich als Sparsamkeit der Bundesregierung angepriesen.
In allen Ressorts wird angeblich gekürzt – die Frage ist nur in
welchen Bereichen genau? Im Unterrichtsministerium wird es wohl
wieder nicht die Frau Ministerin und ihre nächsten Bürokraten sein,
die den Gürtel enger schnallen. Die geplanten weiteren Sparmaßnahmen
werden wieder – wie bei den letzten Malen – die SchülerInnen, Eltern
und LehrerInnen hart treffen.
Doch die Protestbewegung des letzten Jahres an den AHS und BMHS
hat die Verantwortlichen nicht nur im Unterrichtsministerium vorsichtiger
gemacht. Immerhin ist erstmals seit langem eine ganze Berufsgruppe
relativ geschlossen gegen ein Belastungspaket aufgestanden. An vielen
Schulen wurden selbständige Aktionskomitees gebildet und der monatelange
Arbeitskampf konnte erst durch massive Abwiegelei der Gewerkschaftsführung
weitgehend abgewürgt werden.
Der Kampf der LehrerInnen gegen Einsparungen im Bildungsbereich
(in den Medien meist als "Schikursboykott" heruntergemacht),
sind aus den öffentlichen Diskussionen verschwunden. Doch an einer
Reihe von Schulen vor allem in Wien, Steiermark und Oberösterreich
werden selbständige gewerkschaftliche Aktionen organisiert weitergeführt;
und an noch viel mehr Schulen wird die Arbeit auf dem Niveau von
Bummelstreik oder Dienst nach Vorschrift gemacht.
Das Unterrichtsministerium und die Gewerkschaftsführung setzen
auf Zeit und Abkühlung. Sie beschwichtigen mit Ankündigung über
Verhandlungen zu einem neuen, gerechteren Gehaltsschema. Zuerst
müsse aber in Ruhe untersucht und geprüft werden – Kampfmaßnahmen
würden nur das positive Verhandlungsklima stören.
Trotz dieser lähmenden Stimmung, die massiv von oben, vor allem
von dieser erstickenden Fettschicht von Gewerkschaftsbürokraten
im LehrerInnenbereich, erzeugt wird, trafen sich Anfang Jänner wieder
an die 60 VertreterInnen Wiener Höherer Schulen, insbesondere der
AHS, um ihre Entschlossenheit zur Fortsetzung des Widerstands gegen
die Belastungsoffensive zum Ausdruck zu bringen. Anlass war der
erste Jahrestag der Gründung des Wiener Aktionskomitees Henriettenplatz,
das in den vergangenen 12 Monaten einen ganz wichtigen Beitrag zur
Entwicklung und Ausdehnung der Protestbewegung geleistet hat.
Dabei wurde recht deutlich, dass wir nur unsere nächste Niederlage
vorprogrammieren, wenn wir jetzt geduldig auf den nächsten Angriff
des Dienstgebers warten (z. B. in Form eines "All-inclusive"-Modells
fürs Gehaltsschema, wo alle möglichen bisher schlecht oder gar nicht
bezahlten freiwilligen Leistungen inkludiert sind – d.h. verpflichtend
gemacht werden, aber der Lohn insgesamt niedriger ist als vor den
massiven Kürzungen.)
Die doch recht erfreuliche Teilnahme am Jänner-Treffen des Wiener
Aktionskomitees hat die aktiven KollegInnen ermutigt, weiterzumachen,
bei der Mobilisierung gegen Kürzungen im Bildungsbereich und für
verbesserte Rahmenbedingungen an den Schulen für SchülerInnen und
LehrerInnen.
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