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Frauenparlament 1997
Die Forderungen, die das Frauenparlament erhoben
hat, lassen sich in folgenden Blöcken zusammenfassen und werden
in den nächsten Wochen den entsprechenden politischen Entscheidungsträgern
weitergegeben:
Umverteilung von Arbeit und Reichtum
- die Wiedereinführung vo-n Kapital- und Vermögenssteuer
- ein progressives Steuersystem im Sinne einer stärkeren Besteuerung
der Reichen
- steuerliche Entlastung des Faktors Arbeit, stärkere Belastung
für das (Finanz-)kapital
- ein Internationales Eintreten für die Tobin-Steuer (Besteuerung
von Aktiengewinnen)
- Neubewertung von Arbeit unter Einbeziehung aller gesamtgesellschaftlich
notwendigen Arbeit
- Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich und Neuverteilung
von bezahlter und unbezahlter Arbeit
- Mehr finanzielle Mittel für eine aktive Arbeitsmarktpolitik
mit Frauenschwerpunkt ohne Zwangsmaßnahmen und Aufweichung
der Zumutbarkeitsbestimmungen
- ein differenziertes Netz von Frauenberatungsstellen und Unterstützungseinrichtungen
kann nicht nur als AMS-Aufgabe verstanden werden. Es ist eine von
der öffentlichen Hand zu finanzierende Aufgabe.
- Arbeitszeit-Flexibilisierung nur wenn sie den ArbeitnehmerInnen
Vorteile bringt (Entlohnung, Weiterbildung ...) unter Berücksichtigung
der individuellen Bedürfnisse und Zeitpräferenzen von
Frauen, Männern und Kindern. Kinderbetreuung!
- Recht auf Teilzeitarbeit bei betreuungspflichtigen Kleinkindern
und Recht auf Rückkehr in Vollzeit-Erwerbsarbeitsplätze
Erwerbsarbeit und Grundsicherung
- Ein existenzsicherndes Grundeinkommen muß einhergehen
mit einer Vollbeschäftigungspolitik, die ausreichend sinnvolle
Arbeitsplätze mit Arbeitsbedingungen schafft, die dem Niveau
des gesellschaftlichen Reichtums entsprechen. Entsprechende Kinderbetreuungseinrichtungen
sind Voraussetzung für eine "Wahlfreiheit" - nach wie vor insbesondere
für Frauen
- Für ein flächendeckendes Netz von Kinderbetreuungseinrichtungen
von der Krippe bis zum Hort
- Versorgungsarbeit (im umfassenden Sinn: Kinder, Partner, Ältere
und Kranke) ist in das Sozialsystem mit Auswirkungen auf Ansprüche
aus dem Versicherungssystem einzubeziehen
- Begriff "Kinderförderung" statt "Familienförderung"
- auch in der politischen Definition (Begriffe erzeugen Bilder im
Kopf, die Auswirkungen auf das Handeln haben).
- direkte Kinderförderung statt über das Steuerrecht (weil
über Steuerrecht Bevorzugung von Allein- und Besserverdienenden)
- einkommensabhängiges Karenzgeld (mit Mindest- und Höchstgrenzen)
- Existenzsichernde Grundpension
Frauenlobby für unsere demokratischen Rechte
- EU-weite Lobbyarbeit für Gleichbehandlung - Österreich
soll 1998 den EU-Vorsitz für die Forcierung der Gleichbehandlung
nutzen
- Internationale Unterstützung von Gleichbehandlungsanliegen
im Wege der ILO und der UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form
von Diskriminierung der Frau (insbesondere Artikel 4)
- Für die Novellierung der Gleichbehandlungsgesetze im Sinne
der Erweiterung der Eingriffsrechte bei Diskriminierung und effizienterer
Sanktionen.
- Vernetzung und Solidarität der ArbeitnehmerInnengruppen untereinander
- der ORF soll im Sinne des Objektivierungsgebotes angehalten werden,
50 Prozent seiner Werbezeit gratis für Frauenanliegen - wie
z. B. für die Fortsetzung der "Halbe-Halbe"-Kampagne -
zur Verfügung stellen
- Wirksames Eintreten gegen Gewaltpropaganda der Medien
- Ausreichende Finanzierung bestehender Fraueneinrichtungen bzw.
Förderung von Anti-Gewalt-Initiativen durch die Anti-Gewalt-Milliarde
- Novellierung des Anti-Gewalt-Gesetzes
- Verpflichtendes Antigewalttraining für alle Männer
- Verankerung einer Antidiskriminierungsbestimmung in der österreichischen
Verfassung bezüglich der sexuellen Orientierung
- Neubewertung von Technik und Berufsprofilen - Absage an eine männlich
orientierte Technikforschung und -anwendung bei gleichzeitiger Verankerung
und Finanzierung der feministischen Wissenschaft und Forschung -
die Hälfte der Technologiemilliarde für Frauen
- Mehr Information, Schulungen für Frauen, aber auch für
Männer in Führungspositionen, um sie für Gleichbehandlungsanliegen
zu sensibilisieren
- Männerschulung in sozialer Kompetenz und Ökologie
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