Alternative-Logo (1kb)
 
     
 

Behindert - Gehindert - Verhindert

Sparpolitik statt Integration?

 

Seit nunmehr drei Jahren fährt die Gemeinde Wien im Bereich der Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung einen sehr restriktiven Finanzierungskurs. Die Auswirkungen dieser Politik sind mittlerweile zum Teil drastisch spürbar.

Die privaten Trägerorganisationen der Behindertenbetreuung sind so kaum mehr in der Lage, ihre tatsächlichen Kosten zu decken, bei einigen Organisationen werden auch schon die bestehenden Betriebsvereinbarungen in Frage gestellt.

Dies hat zur Folge, daß die Arbeitsbedingungen für BetreuerInnen immer schwieriger werden (es existieren unterschiedliche Formen der Ausbildung, aber weder ein gesetzlich anerkanntes Berufsbild noch Kollektivvertrag oder Mindestlöhne, der Arbeitsdruck steigt und vermehrt wird unausgebildetes Personal eingestellt ...).

Auch die Lebensbedingungen von Menschen mit geistiger Behinderung verschlechtern sich zusehends. Durch Regressforderungen und durch drastische Erhöhung der Kosten für soziale Dienste haben sich die finanziellen Mittel Betroffener verringert, anstatt erhöht. Die Umsetzung des Grundgedankens der Integration wird durch die Einsparungsmaßnahmen zumindest stark erschwert. Wer sich z. B. keine Kinokarte, keinen Gasthaus- oder Friseurbesuch leisten kann, wird vom sozialen und kulturellen Leben definitiv ausgeschlossen.

Die seit langem überfällige Ausgliederung von Menschen mit Behinderung aus (psychiatrischen) Großeinrichtungen verzögert sich bzw. kommt zum Stillstand. Insgesamt wird durch die kurzsichtige Sparpolitik der Gemeinde Wien die Integration geistig behinderter Menschen in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens stark in Frage gestellt.

Gegen diese Entwicklung richtet sich eine vom Berufsverband der BehindertenpädagogInnen und FachbetreuerInnen und BetriebsrätInnen initiierten Unterschriftenaktion, die von mehr als der Hälfte der in diesem Bereich tätigen BetreuerInnen unterschrieben wurde.