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Politisierung erwünscht
Die Wiener socialATTAC-Gruppe beginnt zu laufen.
Beim ersten Arbeitstreffen kristallisierten sich die nächsten
Themen unseres Engagements schon heraus.
Thomas Kerschbaum. >> Info
zum Autor
An erste Stelle steht der Wunsch nach Politisierung der
Zivilgesellschaft im weitesten Sinn. Im Rahmen von ATTAC soll eine
Plattform geschaffen werden, um die soziale Situation der Gesellschaft
zu diskutieren - auf der Ebene des Berufes beziehungsweise
der Ausbildung bis zur Meta-Ebene der gesellschaftlichen, politischen
und wirtschaftlichen Zusammenhänge des Neoliberalismus. ATTAC
schafft für uns eine politische Plattform, wo wir uns auf einer
pluralistischen, demokratischen Basis organisieren können -
als im Sozial- und Gesundheitsbereich Beschäftigte, als GewerkschafterInnen
und PersonalvertreterInnen beziehungsweise BetriebsrätInnen.
Keine neue Organisation, keine Konkurrenzveranstaltung zu Gewerkschaften
oder gewerkschaftlichen Aktivitäten. Es ist vielmehr eine Plattform,
eine Vernetzung von Menschen, die die an einer gemeinsamen Diskussion
und Aktion im Sozialbereich interessiert sind. Die KIV-AktivistInnen,
die sich bei socialATTAC in irgendeiner Form beteiligen, sehen dies
als Ergänzung des gewerkschaftlichen Engagements. Im Kampf
gegen den fortschreitenden Sozialabbau oder in der betrieblichen
Auseinandersetzung um bessere Arbeitsbedingungen brauchen wir die
Menschen draußen, die engen Strukturen unserer Gewerkschaften
blockieren vielmehr einen effizienten Widerstand. socialATTAC bringt
also Menschen zusammen, die sich - wenn sie nur in ihren politischen
und beruflichen oder auch privaten Zusammenhängen verbleiben
- nie getroffen hätten. Und da anscheinend die traditionellen
Organisationen wie die großen Gewerkschaften nicht in der
Lage sind (z. B. aus politischen Zwängen, die aus einer engen
Verbindung zwischen Gewerkschaftsapparat und SPÖ herrühren),
eine solidarische Vernetzung und Zusammenarbeit über die gewerkschaftlichen
Strukturen hinaus zu organisieren, beginnen wir mit dieser Arbeit
auf der Ebene einer ATTAC-Inhaltsgruppe. Es haben sich bereits einige
ATTAC-Inhaltsgruppen gebildet; es wird so ein Netzwerk von Basisinitiativen
entstehen, die alleine schon auf Grund ihrer Existenz für eine
Politisierung sorgen. Selbstverständlich definiert sich so
eine Gruppe immer nur durch die Aktivitäten ihrer Mitglieder.
Eine Arbeitsgruppe von socialATTAC Wien hat sich schon herausgebildet.
Das Thema ist die Umstrukturierung des Sozialbereichs in Wien. Die
Stadt Wien hat einen Prozess der Kommerzialisierung und Privatisierung
des Sozial- und Gesundheitsbereichs in Gang gesetzt, und dies betrifft
nicht nur die Einrichtungen und Dienststellen der Stadt Wien selbst,
sondern wird weitreichende Konsequenzen auch für die vielen
NGOs beziehungsweise NPOs haben, die von der öffentlichen
Hand beauftragt auch öffentliche Dienstleistungen erbringen.
Es gibt den Plan, einen Text über die Geschichte der Privatisierung
des Sozialbereichs zu schreiben und eine Veranstaltung im März
2004 zu organisieren.
Die socialATTAC-Gruppe ist eine offene Gruppe und wir hoffen,
dass immer wieder neue AktivistInnen oder Interessierte zu uns stoßen.
Da wir ein Teil der ATTACommunity sind, gibt es eine breite Auswahl,
um am zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen die neoliberale Globalisierung
teilzunehmen
Das nächste Treffen von socialATTAC Wien findet am 2. März
2004 im KIV-Club, Odeongasse 1 (Eingang Große Mohrengasse),
1020 Wien um 19 Uhr statt. Dann werden wir - so hoffe ich -
die Diskussion über die Entwicklung des Sozialbereichs im Zeichen
der Privatisierung diskutieren und Aktionen konkret planen (zum
Beispiel die Beteiligung an Aktionen zum Protestaufruf des Europäischen
Gewerkschaftsbundes am 2. und 3. April 2004). Die Kontaktadresse
von socialATTAC ist: thomas.kerschbaum@chello.at.
Es gibt einen E-Mail-Verteiler für Berichte, Nachrichten und
interne Kommunikation. Wer gerne daran teilnehmen möchte oder
andere Infos braucht, ein kurzes Mail genügt. Auf der Ebene
von ATTAC finden regelmäßige Treffen zum Kennenlernen
der ATTAC-Leute und -Struktur statt, die Termine gibt es unter [www.attac-austria.org].
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