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Informationen für den Nationalrat
Die STOPP-GATS-Kampagne informierte die Abgeordneten
anlässlich der Angelobung des Nationalrats in einer Aktion
vor den Eingängen der Parlamentsklubs über GATS.
Wirtschaftsminister Bartenstein hat laut
STOPP-GATS-Kampagne die Abgeordneten schon bisher nicht ausreichend
informiert, nach einer Umfrage vom Sommer 2002 wissen die wenigsten
unter ihnen über das Thema Bescheid, zum Beispiel hatte FP-Klubobmann
Karl Schweitzer vor kurzem noch keine Ahnung vom GATS.
Das General Agreement on Trade in Services (GATS) ist das Dienstleistungsabkommen
der Welthandelsorganisation WTO und hat die umfassende Liberalisierung
des gesamten Dienstleistungssektors zum Ziel. Es wird derzeit unter
strengster Geheimhaltung von den WTO-Mitgliedsländern verhandelt.
Die STOPP-GATS-Kampagne kritisiert sowohl die zu erwartenden Auswirkungen
des GATS auf die Menschen, als auch die Art und Weise der Verhandlungsführung
durch Wirtschaftsminister Bartenstein - nämlich vorbei an den
gewählten RepräsentantInnen der Bevölkerung und ausschließlich
in Zusammenarbeit mit der Exportwirtschaft.
Gerade die neuen Abgeordneten gehen mit dem Vorsatz in den österreichischen
Nationalrat, die Politik des Landes mitgestalten zu können.
Das GATS schränkt diese Gestaltungsmöglichkeiten jedoch
drastisch ein. In liberalisierten Dienstleistungsbereichen dürfen
nur noch solche Gesetze und Normen erlassen werden, die den freien
Handel "so gering wie möglich" beeinträchtigen (GATS Art.
VI:4). Alle anderen Politikziele müssen sich diesem Prinzip
unterordnen. Durch den geplanten "Notwendigkeitstest" können
Umwelt-, Sozial- und Konsumentenschutzgesetze sowie regional- und
entwicklungspolitische Maßnahmen vor dem WTO-Tribunal geklagt
und zu Fall gebracht werden. WTO-Recht steht über EU-Recht.
Die STOPP-GATS-Kampagne, der sich inzwischen mehr als vierzig Organisationen
angeschlossen haben, fordert die ParlamentarierInnen daher auf,
sich für die Offenlegung der Liberalisierungsforderungen und
-angebote von und an Österreich, für einen breiten Konsultationsprozess,
für einen Verhandlungsstopp und für die Evaluierung der
bisherigen Liberalisierungen und Privatisierungen im Bereich der
öffentlichen Daseinsvorsorge einzusetzen. "Als ParlamentarierIn
tragen Sie die Verantwortung dafür, ob die Menschen in Österreich,
aber auch in jedem anderen Land, in Zukunft noch freien Zugang zu
Bildung, Gesundheit, Wasser, öffentlichem Verkehr etc. haben
werden", heißt es in einem Brief, der allen 183 Abgeordneten
des Nationalrates heute zugegangen ist. Auf europäischer Ebene
gibt es bereits eine Initiative von EU- und nationalen ParlamentarierInnen,
die sich für die Offenlegung der Verhandlungsdokumente einsetzt,
eine ähnliche Aktion in Österreich wäre ein wichtiges
Zeichen.
Themensammlung
"GATS"
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