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Noch Beamtin bei der Telekom Austria AG

Die Privatisierung bereitet Ursula Napravnik einiges Kopfzerbrechen.

 

Die medialen Berichte über die Telekom Austria AG waren einer der "begehrtesten Themen" der letzten Wochen. Im Vorfeld wurde ein Marketing inszeniert, damit die "Volksaktie" auch vom Privatanleger gekauft wird. Ich frage mich nur "Warum etwas kaufen, was ich vorher finanziert habe?"

Nun, es wurden schon auf den verschiedensten Ebenen Pro & Contra Stimmen abgegeben.

Es wundert mich jedoch noch immer, dass es für die Betroffenen kein Sprachrohr gibt. Falls es die Gewerkschaft sein sollte, so ist diese auch durch Schweigen aufgefallen.

Ich habe versucht, Aufklärung um die Bedeutung eines Staatsbetriebes zu leisten. Ich habe mit Menschen auf der Straße gesprochen, bin herumgelaufen, bin aber auch erschöpft worden. Einige Dinge haben gefehlt. Nicht die Solidarität auf der Straße, oder die kritischen Stimmen von Institutionen, Vereinen, Organisationen, WiderständerInnen, Alternativen und Unabhängigen GewerkschafterInnen, sondern die Courage der ArbeitnehmerInnen im Betrieb und in der Gewerkschaft.

Wer und was hat Menschen so mundtot werden lassen?

Ich bin Beamtin, ob dies gut oder schlecht ist, mag ich nicht beurteilen wollen. Ich weiß jedoch, dass ich bis jetzt keine Ängste wegen eines Krankenstandes haben musste . Ich hatte bis jetzt keine Angst haben müssen, wenn eines meiner Kinder krank war und ich zu Hause bleiben musste (Pflegefreistellung). Ich konnte bis zum Schuleintritt meiner Tochter eine Herabsetzung der Wochendienstzeit in Anspruch nehmen. Ich habe den Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern nie erfahren .

Ich war und bleibe von "klassischen Lebensformen" unabhängig - jedoch die Zukunft in beruflicher Hinsicht bereitet mir Kopfzerbrechen. Wo ist die Gleichbehandlungsbeauftragte, was ist bei einer Totalprivatisierung, gilt da weiterhin das Bundesgleichbehandlungsgesetz ?

Zwei Kinder, Alleinerzieherin, zwanzig Jahre Beamtin, vielleicht besteht auch für mich die Möglichkeit auf einem Schoss zu sitzen und fragen zu lassen "Wer will mich." Falls ich vom Beamtinnenstatus in ein Angestelltenverhältnis optiere, so ist es nur eine Zeitfrage wie lange mich das Unternehmen noch behält. Die Tendenz zu prekären Arbeitsverhältnissen ist bei der Telekom schon seit Jahren spürbar. Werden doch Menschen, die unter atypischen Arbeitsverhältnisse arbeiten nicht als Personal sondern als Aufwand geführt und verbucht. Die Bilanz freut sich und die zukünftigen AktionärInnen werden sich auch nicht mit Arbeitsverhältnissen auseinandersetzen.

Also auch nicht die "Erfüllung". Was bleibt ist mein Kopfweh, welches schon die längste Zeit nicht aufhört. Ich höre kein Schreien der "Post und Telekomgewerkschaft", wenn Arbeitsplätze abqualifiziert werden, kein Aufmupfen, wenn die Unternehmensleitung keine Beamten in der 1. und 2. Berichtsebene akzeptiert. Ist ein Mensch ein Mensch, oder ist ein Mensch ein Beamter?

Jetzt bin als "Leiharbeiterin" des Staates sehr flexibel, daher österreichweit einsetzbar und nicht wirklich geschützt, obwohl ich doch Beamtin bin. Das Kopfweh wird schlimmer.