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Budgetprobleme: Nur international lösbar
Ende September fand in Annecy (Frankreich) eine
linke internationale GewerkschafterInnen-Konferenz statt.
Mit dabei war Karl Fischbacher.
Jedes Jahr klafft der Widerspruch mehr auseinander: Auf
der einen Seite der Globalismus der Großfinanz, die in ihrem
perfekten Netzwerk rund um die Welt die Milliarden und Billionen-Gelder
gemäß den besten Gewinnraten verschiebt. Dem gegenüber
stehen jedoch nach wie vor im Wesentlichen nationalistisch zersplitterte
Gewerkschaften. Und der Europäischer Gewerkschaftsbund (EGB)
ist eigentlich bloß ein Büro in Brüssel.
Das tiefere Problem des heutigen Gewerkschaftertums besteht aber
darin, dass es national wie international den Verhandlungstischen
der Regierungen und Unternehmer beziehungsweise der EU, Weltbank
oder des Internationalen Währungsfonds (IWF) nachläuft.
Übers Bitten hinaus, dass Unternehmer, Weltbank und IWF doch
"sozialer" denken sollten, "vergessen" sie sozusagen auf effektiven
Internationalismus. In anderen Ländern lassen sie eventuell
begrenzt streiken, in Österreich üben sie sich bloß
in Drohgebärden und wollen damit die neoliberalen Yuppies an
den Verhandlungstisch zurück holen.
Seit Jahren existiert somit für internationalistische kämpferische
GewerkschafterInnen die Problematik dieser bürokratischen Gewerkschaftsführungen,
unter denen aber noch immer Millionen von Lohnabhängigen organisiert
sind. Sich in- oder außerhalb des EGB organisieren? Auf Dutzenden
alternativen linken Gewerkschaftskonferenzen ging dieser Streit
hin und her. Ich fuhr dann Ende September nach Annecy in Frankreich
zu einer weiteren linken internationalen GewerkschafterInnen-Konferenz.
Und in der Tat: In Annecy beließen es GewerkschafterInnen
von der CGT (Frankreich), CGIL (Italien), von Turkes und KESK (Türkei),
P.A.ME (vom griechischen Gewerkschaftsverband) unter anderem nicht
nur beim alljährlichen Erfahrungsaustausch. Nur GewerkschafterInnen
vom Deutschen Gewerkschaftsbund waren skeptisch, dass die Annecy-Konferenz
ein Europäisches Komitee beschloss: Mit einem Bein in den alten
Gewerkschaften (bei den Millionen Lohnabhängigen) verbleibend,
soll auf dem anderen Bein ein politisch unabhängiges Europäisches
GewerkschafterInnen-Komitee gegründet werden. Ein erster wichtiger
Schritt war gesetzt - in Richtung kämpferischer europäischer
Gewerkschaftspolitik gegen den Turbokapitalismus!
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